Baugewerbe in Niedersachsen 2025

Baugewerbe in Niedersachsen 2025
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Der folgende Beitrag wirft einen Blick auf das Baugewerbe in Niedersachsen im Jahr 2025. Er beleuchtet, wie sich die Beschäftigtenzahlen, die Umsätze und die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe und im Ausbaugewerbe entwickelten. Weiterhin zeigt er auf, welche Bereiche dabei – im positiven wie im negativen – besonders hervorstachen.

Plus bei Umsätzen und Beschäftigten im niedersächsisches Bauhauptgewerbe 2025

Einen baugewerblichen Umsatz in Höhe von 16,1 Milliarden Euro erzielte das niedersächsische Bauhauptgewerbe im Jahr 2025. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz in den Betrieben des Baugewerbes mit 20 und mehr tätigen Personen um 10,5%.

Im Juni 2025 – zum Stichtag der Erhebung – waren zudem knapp 105.000 Personen im niedersächsischen Bauhauptgewerbe tätig und damit 2,5% mehr als im Vorjahresmonat (vgl. Abbildung A1).

A1 zeigt in einem Balkendiagramm die Beschäftigtenentwicklung im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe im Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2024. Die Beschäftigung im Baugewerbe stieg um 2,5% auf rund 105000 Personen. Im Ausbaugewerbe gab es ein Plus von 0,7% auf rund 82000 Personen. Weitere Differenzierungen erfolgen und werden auch im Text ausgeführt.
A1 Entwicklung der Beschäftigung im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe in Niedersachsen 2025 sowie Veränderung zum Juni 2024 in Prozent

In den einzelnen Wirtschaftszweigen des Bauhauptgewerbes entwickelten sich die Beschäftigtenzahlen im Juni 2025 unterschiedlich. Im Bereich Rohrleitungstiefbau, Brunnenbau und Kläranlagenbau waren 10,6% mehr Personen tätig als im Juni 2024. Beschäftigtenzuwächse wurden auch in der Zimmerei und im Ingenieurholzbau (+3,0%) sowie im Bau von Straßen (+2,7%) verzeichnet. Einen Beschäftigtenrückgang gab es beim Bau von Gebäuden (ohne Fertigteilbau) mit einem Minus von 1,7%.

Auch 2025 Beschäftigungszuwachs im niedersächsischen Ausbaugewerbe

Im Ausbaugewerbe mit 10 und mehr Beschäftigten stieg die Beschäftigung in Niedersachsen im Juni 2025 auf rund 82.000 Personen (+0,7%). Auch hier variierte das Bild hinsichtlich der Beschäftigtenentwicklung zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen: Einen Beschäftigtenzuwachs gab es in den Bereichen Elektroinstallation (+2,9%) und Gas-, Wasser-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimainstallation (+0,2%), wohingegen in der Bautischlerei und -schlosserei sowie im Maler- und Lackierergewerbe ein Rückgang der tätigen Personen um 0,8% bzw. 1,2% gegenüber Juni 2024 verzeichnet wurde.

Hochbau mit Auftragsplus

Die Auftragseingänge stiegen im niedersächsischen Bauhauptgewerbe im Jahr 2025 um 1,6% gegenüber 2024 an (vgl. Abbildung A2).

A2 stellt die Entwicklung des Auftragseingangs im Hoch- und Tiefbau im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 dar. Die Auftragseingänge im Hochbau stiegen um 8,7% und sanken im Tiefbau um 2,6%. Weitere Differenzierungen werden auch im Text ausgeführt.
A2 Auftragseingang im Bauhauptgewerbe in Niedersachsen 2024 und 2025 sowie Veränderung zu 2024 in Prozent

Um insgesamt 8,7% nahm dabei das Auftragsvolumen im Hochbau zu. Der Auftragseingang im niedersächsischen Wohnungsbau stieg um 16,5% an, die letzten beiden Jahre wurden jeweils Auftragsrückgänge gemeldet. Auch bei den Bauten für öffentliche Auftraggeber und Organisationen ohne Erwerbszweck wurde ein Auftragsplus (+11,4%) verzeichnet.

Demgegenüber entwickelte sich die Auftragslage im Tiefbau insgesamt rückläufig mit einem Minus von 2,6%. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war der Rückgang der Aufträge im gewerblichen und industriellen Tiefbau, einschließlich Bahn und Post um 6,5%. Das Minus im Tiefbau insgesamt konnte auch durch die Zuwächse beim Auftragseingang im Straßenbau (+3,4%) sowie bei den Bauten für öffentliche Auftraggeber und Organisationen ohne Erwerbszweck (+6,9%) nicht vollständig kompensiert werden.

Stärkster Anstieg beim Auftragseingang im Juli 2025

Abbildung A3 zeigt die Entwicklung der Auftragseingänge und des baugewerblichen Umsatzes in den einzelnen Monaten des Jahres 2025.

A3 zeigt in zwei Linien die Entwicklung der Auftragseingänge und des baugewerblichen Umsatzes in den jeweiligen Monaten des Jahres 2025 im Vergleich zu 2024. Im Juli 2025 gab es einen Anstieg von 35,5% beim Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat. Den stärksten Rückgang bei den Auftragseingängen gab es im Oktober 2025 mit minus 32,1%. Bei den baugewerblichen Umsätzen gab es im Jahr 2025 durchweg positive Veränderungsraten.
A3 Baugewerbliche Umsätze und Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Niedersachsen 2025 – Veränderungen gegenüber 2024 in Prozent

Bei den Auftragseingängen gab es ein Plus in den Monaten März bis Juli 2025 sowie im November und Dezember 2025 gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Im Juli 2025 wurde der größte Auftragszuwachs von 35,5% verzeichnet. In den übrigen Monaten des Jahres war die Auftragslage rückläufig. Am stärksten war der Rückgang im Oktober 2025 mit einem Minus von 32,1% gegenüber Oktober 2024.

Beim Baugewerblichen Umsatz gab es im ganzen Jahr 2025 ausschließlich positive Entwicklungen. Die Veränderungsraten gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat schwankten dabei zwischen 1,9% im August 2025 und 16,4% im Oktober 2025.

Fazit

Insgesamt erwirtschaftete das niedersächsische Bauhauptgewerbe im Jahr 2025 ein Umsatzplus von 10,5%, die Beschäftigung stieg um 2,5%. Nach zwei negativen Jahren gab es erstmals wieder einen Auftragszuwachs im Wohnungsbau.

Weitere Informationen zum Thema Bauen in Niedersachsen gibt es auf www.statistik.niedersachsen.de