Wohnverhältnisse privater Haushalte in Niedersachsen

Wohnverhältnisse privater Haushalte in Niedersachsen
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Private Haushalte gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen und Verhältnissen. Wie wohnen diese in Niedersachsen? Welche Unterschiede gibt es in der Wohnsituation von Singles und von Paaren ohne Kind oder mit Kindern? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Beitrag anhand von Daten des Zensus 2022.

Zusammensetzung privater Haushalte

Vorerläuterungen

Typ des privaten Haushalts (nach Familien): Dieses Merkmal beschreibt, in welcher Konstellation die Personen eines privaten Haushalts gemeinschaftlich leben, mit Fokus auf die Existenz von Kindern im Haushalt. Ein privater Haushalt besteht aus mindestens einer Person. Alle Personen, die, unabhängig von ihrem Wohnstatus (alleinige Wohnung, Haupt- oder Nebenwohnung), gemeinsam in einer Wohnung leben, gelten als Mitglieder desselben privaten Haushalts, sodass es einen privaten Haushalt pro belegte Wohnung gibt. Hierbei kann in einem Haushalt nur je eine Kernfamilie existieren. Haushalte ohne Kernfamilie werden in Einpersonenhaushalte und Mehrpersonenhaushalte (z. B. Wohngemeinschaften, Großeltern-Enkel-Haushalte ohne Elternteile etc.) unterschieden.
Der Begriff Paar umfasst Paare in einer Ehe, Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und Paare in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die jeweils in einem privaten Haushalt zusammenleben.
Bei der Betrachtung der Lebensform der Paarhaushalte wurde der Anteil der Paarhaushalten, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, aus Gründen der Geheimhaltung auf Null geändert. Daher werden sie im Beitrag nicht aufgeführt.
Unter Kind ist eine leibliche Tochter bzw. eine Stief- oder Adoptivtochter oder ein leiblicher Sohn bzw. ein Stief- oder Adoptivsohn (ungeachtet des Alters) zu verstehen, dessen bzw. deren üblicher Aufenthaltsort sich im privaten Haushalt mindestens eines Elternteils befindet und ein Elternteil Bezugsperson und/oder Partnerin bzw. Partner der Bezugsperson ist. Eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater ist ein Elternteil ohne Partnerin oder Partner mit mindestens einem Kind innerhalb eines privaten Haushalts. Personen in Gemeinschaftsunterkünften sind hier nicht enthalten, sondern nur Personen, die eine eigene Haushaltsführung aufweisen.
Vereinzelt können bei den Angaben zu den Anteilen aufgrund der Geheimhaltungsmethode rundungsbedingte Abweichungen zu 100% auftreten.

In den folgenden Abschnitten beziehen sich die Werte aus 2022 und 2011 auf die jeweiligen Zensusstichtage.

In Niedersachsen gab es am Zensusstichtag 15. Mai 2022 rund 3,8 Mio. private Haushalte. Rund 41% davon waren Singlehaushalte (siehe Abb. A1). Zum Zensusstichtag 9. Mai 2011 waren es noch rund 6 Prozentpunkte weniger gewesen (siehe Abb. A1). Damals lebten in gut einem Viertel (29%) der privaten Haushalte Paare ohne Kind, gefolgt von rund 27% Haushalten von Paaren mit einem oder mehreren Kindern. Im Vergleich dazu gab es 2022 rund 2 Prozentpunkte weniger private Haushalte von Paaren ohne Kind und sogar rund 5 Prozentpunkte weniger Haushalte von Paaren mit Kindern.

Beim Betrachten des Familienstands der Paare in den Haushalten waren 2022 rund 84% von ihnen verheiratet und rund 16% in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Alleinerziehende Elternteile machten zusammen im Jahr 2022 mit ihren Kindern rund 7% aller Haushalte aus und Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie rund 3%.

Zwei Kreisdiagramme zeigen die privaten Haushalte in Niedersachsen nach Haushaltstyp, dabei werden die Jahre 2011 (Stand 09.05.) und 2022 (Stand 15.05.) verglichen. In beiden Jahren waren die prozentualen Anteile der Ausprägungen in etwa gleich: Einpersonenhaushalte (2011: 35%; 2022: 41%), Paare ohne Kinder (29 bzw. 27%), Paare mit Kindern (27 bzw. 22%), Alleinerziehende (8 bzw. 7%), Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie (2 bzw. 3%).
A1 Private Haushalte in Niedersachsen am 09.05.2011 und am 15.05.2022 nach Haushaltstyp ‒ Angaben in Prozent

Paarhaushalte in Niedersachsen wohnten häufiger im Eigentum

Rund die Hälfte der privaten Haushalte in Niedersachsen lebte in Eigentumswohnungen, das waren vor allem Paare mit Kindern und ohne Kinder. Singlehaushaushalte, Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie und Haushalte von Alleinerziehenden lebten überwiegend zur Miete (siehe Abb. A2).

Das Säulendiagramm zeigt die Wohnungsnutzungsarten der Privathaushalte. Einpersonenhaushalte (67%), Alleinerziehende Elternteile (56%) und Mehrpersonenhaushalte (70%) leben überwiegend zur Miete. Paare ohne (66%) oder mit Kindern (70%) wohnen eher im Eigentum. Bei den privaten Haushalten insgesamt ist es fast ausgeglichen.
A2 Private Haushalte in Niedersachsen 2022 nach Haushaltstyp und Art der Wohnungsnutzung ‒ Angaben in Prozent

Rund zwei Drittel der privaten Miethaushalte zahlten unter 500 Euro Nettokaltmiete

Die Höhe der Nettokaltmiete variierte deutlich je Haushaltsform. Diese Variation zeigt sich insbesondere zwischen Single- und Paarhaushalten. 67% der Haushalte zahlten 2022 weniger als 500 Euro Nettokaltmiete im Monat (siehe Abb. A3). Das waren vor allem Singlehaushalte (78%). Bei Alleinerziehenden (61%), Mehrpersonenhaushalten ohne Kernfamilie (57%), bei Paaren ohne Kind (54%) und bei Paaren mit Kindern (43%) lag dieser Wert im Vergleich viel niedriger. Ein höherer Bedarf an Räumen und an Wohnfläche gehen naturgemäß mit einer höheren Nettokaltmiete einher. So lässt sich vor allem der Unterschied von 35 Prozentpunkten zwischen Singlehaushalten und Paaren mit Kindern bei diesem Vergleich erklären (siehe Abb. A3).

Der Großteil der Singlehaushalte (70%) zahlte 200 bis unter 500 Euro Nettokaltmiete im Monat.

Bei Paaren ohne Kind (57%), Mehrpersonenhaushalten (60%) und Haushalten von Alleinerziehenden (67%) lag die anteilsmäßig am stärksten besetzte Preisspanne mit 300 bis unter 600 Euro Nettokaltmiete im Monat etwas höher.

Über die Hälfte der Paare mit Kindern (55%) zahlten 400 bis unter 700 Euro Nettokaltmiete im Monat – also etwas mehr als die anderen Haushaltstypen (siehe Abb. A3).

6 Kreisdiagramme, eines für jeden Haushaltstyp: Die Grafik zeigt, wie hoch die Anteile an den verschiedenen Größenklassen (100-€-Schritte) der Nettokaltmiete sind. Bei Privathaushalten insgesamt (24%) und Einpersonenhaushalten (30%) liegt der höchste Anteil bei einer Nettokaltmiete in Höhe von 300 bis 400 Euro. Bei den Alleinerziehenden (27%), den Mehrpersonenhaushalten (23%) und bei den Paaren ohne (22%) bzw. mit Kindern (22%) liegt der höchste Anteil bei einer Nettokaltmiete in Höhe von 400 bis 500 Euro.
A3 Mietende Privathaushalte in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Haushaltstyp und monatlicher Nettokaltmiete ‒ Angaben in Prozent

Drei Viertel aller Singlehaushalte in Niedersachsen lebten auf weniger als 100 Quadratmetern

Etwas mehr als die Hälfte der privaten Haushalte lebte auf einer Wohnfläche von bis zu 99 Quadratmetern. Das war vor allem bei Singlehaushalten der Fall: 75% von ihnen bewohnten weniger als 100 Quadratmeter, gefolgt von Alleinerziehenden (52%) und Mehrpersonenhaushalten ohne Kernfamilie (56%). Bei Haushalten von Paaren ohne Kind (37%) und mit Kindern (22%) fielen die Anteile für kleinere Wohnungen mit bis zu 99 Quadratmetern erwartungsgemäß geringer aus.

Etwas mehr als die Hälfte der Singlehaushalte bewohnte Wohnungen mit einer Wohnfläche von 40 bis 79 Quadratmetern. Mit einem Anteil von rund 51% waren es bei Haushalten von Alleinerziehenden überwiegend Wohnungen mit einer Wohnfläche von 40 bis 99 Quadratmetern. Dies galt auch für Mehrpersonenhaushalte ohne Kernfamilie (mit rund 62%). Mehr als die Hälfte der Paare ohne Kinder lebte in Wohnungen mit 80 bis 139 Quadratmetern Wohnfläche. Haushalte von Paaren mit Kindern lebten überwiegend (63%) auf über 120 Quadratmetern – und damit im Vergleich zu den restlichen Haushaltstypen in viel größeren Wohnungen (siehe Abb. A4).

6 Kreisdiagramme, eines für jeden Haushaltstyp: Die Grafik zeigt, wie hoch die Anteile an den verschiedenen Größenklassen (20-m²-Intervalle) der Wohnfläche sind. Bei Privathaushalten insgesamt (20%), Einpersonenhaushalten (27%), Alleinerziehenden (24%) und Mehrpersonenhaushalten (28%) liegt der höchste Anteil bei einer Wohnfläche von 60 bis 79 m². Bei Haushalten von Paaren mit liegt der höchste Wert (19%) bei einer Wohnfläche von 120 bis 139 m². Bei Paaren ohne Kinder sind die Anteile für Wohnflächen von 100 bis 119 m² und 120 bis 139 m² gleich groß (18%).
A4 Private Haushalte in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Haushaltstyp und Wohnfläche ‒ Angaben in Prozent

Im Folgenden geht es um die Wohnverhältnisse der drei anteilsmäßig größten privaten Haushaltstypen in Niedersachsen:

  • Singlehaushalte,
  • Paare mit Kindern und
  • Paare ohne Kind.

Singlehaushalte in Niedersachsen lebten häufig in Altbauten

Mehr als 1,5 Mio. Haushalte in Niedersachsen waren 2022 Singlehaushalte. Mit 53% waren es überwiegend Frauen. Etwa ein Drittel der Gebäude, in denen „Singles“ wohnten, wurden in den Jahren 1950 bis 1969 errichtet und zählen damit zu den Nachkriegsbauten. Nur 6% von ihnen lebten 2022 in Neubauten, also in Gebäuden, die 2010 und später errichtet wurden. Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern bei der Beheizung aller Wohnungen lag bei rund 3%.

Das Balkendiagramm zeigt, welche Baujahre die Wohngebäude haben, in denen Einpersonenhaushalte leben. Mit 32% leben Einpersonenhaushalte vor allem in Gebäuden, die zwischen 1950 und 1969 gebaut wurden.
A5 Einpersonenhaushalte in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Baujahr der Wohngebäude ‒ Angaben in Prozent

Singlehaushalte gab es überwiegend in Mehrfamilienhäusern sowie in zwei Dritteln aller Fälle in Mietwohnungen (siehe Abb. A2 und A5). Die durchschnittliche Nettokaltmiete je Quadratmeter betrug 6,81 €/m² und die durchschnittliche Wohnfläche rund 80 Quadratmeter (siehe Abb. A6 und A10). Mehr als die Hälfte der Singlehaushalte lebte in 3- oder 4-Zimmer-Wohnungen, ein Viertel der Singlehaushalte allerdings in größeren Wohnungen (siehe Abb. A7). Dabei könnte es sich beispielsweise um verwitwete Personen handeln oder ältere Menschen, die oft aus finanziellen Erwägungen oder geringer Umzugsbereitschaft im Alter in der ehemals mit der Familie bewohnten größeren Wohnung bleiben.

Das Säulendiagramm zeigt die durchschnittliche Nettokaltmiete privater Haushalte. Bei Einpersonenhaushalten liegt der Wert bei 6,81 € pro Quadratmeter. Bei Paaren ohne Kinder (6,44 €/m²) und Paaren mit Kindern (6,18 €/m²) liegt der Wert leicht darunter. Private Haushalte insgesamt zahlen eine durchschnittliche Nettokaltmiete in Höhe von 6,60 €/m².
A6 Durchschnittliche Nettokaltmiete in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Haushaltstyp ‒ Angaben in Euro pro Quadratmeter
Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Räume die Wohnungen haben, in denen Einpersonenhaushalte leben. Der größten Anteil liegt mit 29% bei 3 Räumen, gefolgt von 4 Räumen (26%) und 2 Räumen (15%).
A7 Einpersonenhaushalte in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Anzahl der Räume ‒ Angaben in Prozent

Haushalte von Paaren ohne Kind wohnten oft in Einfamilienhäusern

Zum Zensusstichtag 2022 gab es in Niedersachsen rund 1 Mio. Haushalte von Paaren ohne Kind. Etwas mehr als die Hälfte der Gebäude (52%), die die Paare ohne Kind bewohnten, wurden in den Jahren 1950 bis 1989 errichtet. Im Vergleich zu Singlehaushalten lebten Paare ohne Kind etwas häufiger in Neubauten (7%) und heizten häufiger mit erneuerbaren Energien (5%).

Das Balkendiagramm zeigt, welche Baujahre die Wohngebäude haben, in denen Paare ohne Kinder leben. Mit 27% leben Paare ohne Kinder vor allem in Gebäuden, die zwischen 1970 und 1989 gebaut wurden.
A8 Haushalte von Paaren ohne Kinder in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Baujahr der Wohngebäude ‒ Angaben in Prozent

Haushalte von Paaren ohne Kind lebten überwiegend in Einfamilienhäusern und in etwa zwei Dritteln aller Fälle in Wohneigentum (siehe Abb. A2 und A9). Bei Paaren, die Eigentum besaßen, handelte es sich überwiegend um Ehepaare (rund 88%). Somit verfügten verheiratete Paare eher über selbstgenutztes Wohneigentum als Paare in nichtehelichen Lebensgemeinschaften.

Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Wohnungen die Gebäude haben, in denen Einpersonenhaushalte, Paare mit Kindern und Paare ohne Kinder leben. Paare mit und ohne Kinder leben überwiegend in Gebäuden mit einer Wohnung (69 bzw. 58%). 62%der Einpersonenhaushalte wohnen in Gebäuden mit 3 und mehr Wohnungen.
A9 Private Haushalte in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Haushaltstyp und Anzahl der Wohnungen im Gebäude ‒ Angaben in Prozent

Nur etwa ein Drittel der Paare ohne Kind lebte in Mietwohnungen. Auch diese Paare waren überwiegend verheiratet. Allerdings war hier der Anteil um 22 Prozentpunkte geringer als bei denen mit Wohneigentum. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag bei 6,44 €/m² (siehe Abb. A6). Die durchschnittliche Wohnfläche war mit rund 118 Quadratmetern je Haushalt (siehe Abb. A10) etwa 1,5-mal größer als die der Singlehaushalte. Die Hälfte aller Paare ohne Kind lebte in 4- oder 5-Zimmer-Wohnungen (siehe Abb. A8). Womöglich handelte es sich hierbei um ältere Paare, deren Kinder bereits ausgezogen waren oder die Paare benötigten die zusätzlichen Zimmer als Arbeits- oder Gästezimmer.

Das Säulendiagramm zeigt die durchschnittliche Wohnfläche privater Haushalte. Einpersonenhaushalte leben im Schnitt auf 79,98 m², Paare ohne Kinder auf 117,57 m² und Paare mit Kindern auf 137,39 m². Private Haushalte insgesamt leben durchschnittlich auf 105,18 m².
A10 Durchschnittliche Wohnfläche in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Haushaltstyp ‒ Angaben in Quadratmeter
Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Räume die Wohnungen haben, in denen Paare ohne Kinder leben. Der größten Anteil liegt mit 26% bei 4 Räumen, gefolgt von 5 Räumen (24%) und 7 und mehr Räumen (18%).
A11 Haushalte von Paaren ohne Kinder in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Anzahl der Räume ‒ Angaben in Prozent

Haushalte von Paaren mit Kindern lebten häufiger in Neubauten

Mehr als 800.000 Haushalte in Niedersachsen waren am Zensusstichtag 2022 Haushalte von Paaren mit Kindern. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen lebte in Gebäuden, die 1950 bis 1969 oder 1990 bis 2009 errichtet wurden. Im Vergleich zu Singlehaushalten und Haushalten von Paaren ohne Kind lebten sie mit einem Anteil von 12% häufiger in neueren Gebäuden, anteilsmäßig doppelt so oft wie Singlehaushalte. Der Anteil an erneuerbaren Energien bei den Energieträgern der Heizung bei allen Gebäuden lag mit 7% anteilsmäßig mehr als doppelt so hoch als bei Singlehaushalten.

Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Räume die Wohnungen haben, in denen Paare ohne Kinder leben. Der größten Anteil liegt mit 26% bei 4 Räumen, gefolgt von 5 Räumen (24%) und 7 und mehr Räumen (18%).
A12 Haushalte von Paaren mit Kindern in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Baujahr der Wohngebäude ‒ Angaben in Prozent

Knapp 70% der Paare mit Kindern lebten in Einfamilienhäusern, davon ebenfalls rund 70% in ihrem Wohneigentum (siehe Abb. A2 und A9). Das waren 4 Prozentpunkte mehr als bei Paaren ohne Kind. Die Eigentümerinnen und Eigentümer waren fast immer Ehepaare (94%). 30% der Paare mit Kindern lebten in Mietwohnungen (siehe Abb. A2). Auch diese Paare waren überwiegend verheiratet. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag bei 6,18 €/m² (siehe Abb. A6). Die durchschnittliche Wohnfläche lag bei rund 137 Quadratmetern je Haushalt (siehe Abb. A10), war also etwa 1,7-mal so groß wie die von Singlehaushalten. Die Hälfte der Haushalte lebte in Wohnungen, die 6 und mehr Räume hatten (siehe Abb. A13).

Das Balkendiagramm zeigt, wie viele Räume die Wohnungen haben, in denen Paare mit Kindern leben. Der größten Anteil liegt mit 30% bei 7 und mehr Räumen, gefolgt von 5 Räumen (25%) und 6 Räumen (20%).
A13 Haushalte von Paaren mit Kindern in Niedersachsen am 15.05.2022 nach Anzahl der Räume ‒ Angaben in Prozent

Fazit

Die Wohnverhältnisse der privaten Haushaltstypen wiesen merkliche Unterschiede auf: Singlehaushalte lebten im Vergleich zu Paaren ohne Kind und mit Kindern seltener in Neubauten und heizten weniger mit erneuerbaren Energieträgern. Paare ohne Kind und mit Kindern lebten überwiegend in Einfamilienhäusern, die häufig Wohneigentum waren. Im Vergleich zu Singlehaushalten lebten Paarhaushalte in flächenmäßig größeren Eigentumswohnungen mit hoher Raumanzahl, insbesondere bei Paaren mit Kindern. Singlehaushalte lebten wiederum überwiegend und häufiger als Paarhaushalte in Mietwohnungen mit kleinerer Wohnfläche, zahlten dementsprechend aber auch häufig geringere Mieten.

Eine tiefergehende Analyse könnte weitere Zusammenhänge aufzeigen: Wie leben Seniorinnen und Senioren in Niedersachsen? Und wie sieht es in Haushalten mit und ohne Einwanderungsgeschichte aus?


Die detaillierten Ergebnisse der GWZ 2022 und der Haushaltszahlen aus dem Zensus 2022 sind abrufbar