
Für viele Menschen in Niedersachsen gehört das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz zu ihrem Alltag – doch wie sieht dieser Weg genau aus? Welche Verkehrsmittel werden überwiegend genutzt? Wie lang sind die Strecken, die täglich zurückgelegt werden? Und gibt es eigentlich Unterschiede zwischen Frauen und Männern?
Neben der Gruppe der Berufstätigen sind aber auch niedersächsische Schülerinnen und Schüler sowie Studierende in hohem Maße im Alltag mobil zwischen ihrem Heimatort und der jeweiligen Bildungsstätte: Wie gestaltet sich ihr Weg? Antworten auf diese Fragen stellt der folgende Beitrag auf Basis der Erstergebnisse des Mikrozensus 2024 dar.
Erwerbstätige in Niedersachsen: Das häufigste Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit ist das Auto
Der größte Teil der Berufspendlerinnen und -pendler in Niedersachsen gab an, im Jahr 2024 normalerweise mit dem Auto zur Arbeit gefahren zu sein (67,7%). 14,2% der Erwerbstätigen fuhren mit dem Fahrrad zur Arbeit und 9,9% nutzten öffentliche Verkehrsmittel. Bei den öffentlichen Verkehrsmitteln entfiel jeweils ein etwa ähnlich hoher Anteil auf die Nutzung von Bus (3,8%), Eisenbahn/S-Bahn (3,3%) sowie U-Bahn/Straßenbahn (2,8%). Insgesamt 6,6% legten den Weg zu ihrer Arbeitsstätte hingegen zu Fuß zurück.
Im Jahr 2016 lag der Anteil der Autofahrenden noch bei 70,2%. Öffentliche Verkehrsmittel nutzten damals 8,7%, das Fahrrad 13,6% und zu Fuß gingen 6,4% der Erwerbstätigen. Die Veränderungen sind moderat, zeigen aber eine Tendenz: Der Pkw verliert leicht an Bedeutung, während Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr etwas häufiger genutzt werden.

Knapp ein Viertel benötigte weniger als 10 Minuten zur Arbeit
Insgesamt erreichten – unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel – knapp drei von vier (73,4%) der Berufspendlerinnen und -pendler in Niedersachsen ihren Arbeitsplatz in weniger als 30 Minuten. Gut jede bzw. jeder Fünfte (22,8%) hatte dabei nur einen besonders kurzen Arbeitsweg von unter 10 Minuten zurückzulegen. Ein Fünftel (20,7%) der Erwerbstätigen benötigte hingegen mehr als 30 Minuten für eine einfache Strecke, blieb jedoch unter einer Stunde. 4,6% der Erwerbstätigen pendelten täglich eine Stunde oder länger zu ihrer Arbeitsstätte.

Bei rund der Hälfte betrug der Arbeitsweg weniger als 10 km
Knapp drei von zehn Berufspendlerinnen und -pendlern (28,9%) hatten einen Arbeitsweg von weniger als 5 Kilometern. Etwa jede bzw. jeder Fünfte (19,7%) legte täglich eine Strecke zwischen 5 und unter 10 Kilometern zurück. Bei 27,8% betrug die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz 10 bis unter 25 Kilometer. Weitere 16,1% pendelten zwischen 25 und unter 50 Kilometern. Einen besonders langen Arbeitsweg von 50 Kilometern oder mehr hatten 5,4% der Erwerbstätigen.

Männer nutzten das Auto etwas häufiger für den Arbeitsweg als Frauen
Bei der Wahl des Verkehrsmittels zeigten sich leichte geschlechterspezifische Unterschiede: Während 70,2% der Männer mit dem Auto zur Arbeit fuhren, waren es bei den Frauen 65,0%. Damit nutzten Männer etwas häufiger den Pkw als Hauptverkehrsmittel für den Weg zur Arbeitsstätte. Dagegen fuhren Frauen etwas öfter mit dem Fahrrad zur Arbeit (15,5% gegenüber 13,0% der Männer) oder legten den Weg zu Fuß zurück (7,7% gegenüber 5,7%). Dies dürfte allerdings auch damit zusammenhängen, dass Frauen häufiger einen vergleichsweise kurzen Arbeitsweg zurückzulegen haben: Ein Drittel der Frauen (33,3%) hatte einen Weg von maximal 5 Kilometern (gegenüber 25,1% der Männer). Ein Viertel der Männer (25,6%) hatte hingegen einen Arbeitsweg von mehr als 25 Kilometern, während dies nur auf 16,9% der Frauen zutraf.
Weg zur (Hoch)Schule: Schülerinnen und Schüler sowie Studierende nutzten am häufigsten öffentliche Verkehrsmittel
Neben den Erwerbstätigen in Niedersachsen entfällt ein bedeutsamer Teil der täglichen Pendelmobilität auf Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Die Verkehrsmittelwahl dieser Gruppe unterscheidet sich allerdings deutlich von der Gruppe der Berufspendlerinnen und -pendler. So nutzten von den Schülerinnen und Schülern 43,6% öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zu ihrer Bildungseinrichtung, jede bzw. jeder Fünfte (20,4%) fuhr mit dem Fahrrad. Das Auto spielt in der Mobilität dieser Gruppe hingegen erwartungsgemäß eine geringere Rolle als bei Berufstätigen. Einen Pkw gaben 17,7% als Hauptverkehrsmittel an, wobei 7,6% davon als Mitfahrende unterwegs waren. Ein fast ebenso großer Teil von 16,7% ging zu Fuß zur Schule bzw. Hochschule. 1,6% entfielen auf sonstige Verkehrsmittel, darunter beispielsweise Motorräder, Motorroller oder E-Scooter.

Allerdings zeigt sich auch, dass Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende tendenziell kürzere Wege zurücklegen. So gab gut die Hälfte (51,2%) in dieser Gruppe an, dass der tägliche Weg zur Bildungsstätte maximal 5 Kilometer betrug (gegenüber 28,9% bei Erwerbstätigen). Mehr als 25 Kilometer für den einfachen Weg gaben nur 10,7% der Schülerinnen und Schüler bzw. Studierenden an, bei Berufstätigen kam dies deutlich häufiger vor (21,5%).

Fazit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Pendelverhalten der Niedersächsinnen und Niedersachsen vielfältig ist. Bei Erwerbstätigen dominiert das Auto als Verkehrsmittel für den täglichen Arbeitsweg, wobei sich mitunter Differenzen zwischen Männern und Frauen zeigen. Die Veränderungen zu 2016 fallen zwar gering aus, deuten jedoch auf eine Entwicklung hin: Der Pkw verliert etwas an Gewicht, während Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr etwas an Bedeutung gewinnen.
Ganz anders stellt sich das Mobilitätsverhalten von Schülerinnen und Schülern bzw. Studierenden dar. Von diesen werden vor allem öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad für den täglichen Weg zur Bildungsstätte genutzt.