Die niedersächsischen Kommunalfinanzen 2025

Die niedersächsischen Kommunalfinanzen 2025
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Wie entwickelten sich die Ein- und Auszahlungen der niedersächsischen Gemeinden und Gemeindeverbände im Jahr 2025? Stiegen Personalausgaben oder Sozialleistungen weiter an? Diese und weitere Informationen bietet der folgende Beitrag zu den kommunalen Finanzen auf Basis der vierteljährlichen kommunalen Kassenstatistik im 1. bis 4. Quartal 2025.

Leichter Rückgang des Finanzierungsdefizits gegenüber Rekordjahr 2024

Nach dem historischen Rekorddefizit in Niedersachsen im Jahr 2024 zeigten die Daten der vierteljährlichen kommunalen Kassenstatistik für das Jahr 2025 eine leichte Verbesserung der Finanzlage der Gemeinden und Gemeindeverbände. Dennoch überstiegen die Auszahlungen die Einzahlungen weiterhin deutlich. Das Finanzierungsdefizit belief sich 2025 auf 3.649 Mio. Euro (2024: 3.992 Mio. Euro) und ging damit um 8,6% gegenüber dem Vorjahr zurück. Die niedersächsischen Kommunen verzeichneten damit im vergangenen Jahr das zweithöchste Defizit seit Beginn der 1980er Jahre.

Wie sich das Jahr 2025 im Hinblick auf die Ein- und Auszahlungen entwickelt hat, wird nachfolgend erläutert. Die kommunalen Ein- und Auszahlungen aus Finanzierungstätigkeit bleiben dabei bewusst unberücksichtigt, da sie nicht in die Ermittlung des Finanzierungssaldos einfließen. Zahlungen von gleicher Ebene, also beispielsweise zwischen zwei Gemeinden, werden in der Gesamtbetrachtung auf der Auszahlungs- und auf der Einzahlungsseite bereinigt, um ein realistisches Bild der Finanzlage der gesamten niedersächsischen Kommunalebene zu erhalten. Da diese Bereinigung jedoch nur in Summe erfolgt, wird für die Detailbetrachtung der Ein- und Auszahlungen auf unbereinigte Ergebnisse zurückgegriffen, die den tatsächlichen Zahlungsströmen entsprechen.

Abbildung A1 verdeutlicht die kassenmäßigen Gesamteinzahlungen und -auszahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in einem geteilten Kreisdiagramm im Jahr 2025. Die linke Hälfte listet die einzelnen Gesamtauszahlungen und Ihre Anteile auf. Die rechte Hälfte widerum beeinhaltet die Anteile der einzelnen Gesamteinzahlungen und weist die Differenz zu den Auszahlungen bzw. den Fehlbetrag aus. Dieser belief sich im Jahr 2025 auf 3.649 Mio. Euro.
A1 Kassenmäßige Gesamteinzahlungen und -auszahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in Niedersachsen 2025

Geringerer Anstieg bei den kommunalen Auszahlungen

Um 3,8% auf 39.429 Mio. Euro stiegen die bereinigten Auszahlungen der niedersächsischen Kommunen im Jahr 2025 an (siehe Tabelle 2) – damit deutlich schwächer als noch im Vorjahr (+9,4%). Je Einwohnerin und Einwohner beliefen sich die Auszahlungen auf 4.923 Euro. Die Gesamtsumme einschließlich der Zahlungen von gleicher Ebene betrug 47.755 Mio. Euro.

Abbildung A2 weist die Auszahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise im Jahr 2025 nach Arten aus. Die prozentualen Anteile der Auszahlungsarten sowie die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr werden dargestellt. Die Zinsen und sonstigen Finanzauszahlungen erfuhren mit 18,2% ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr.
A2 Auszahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in Niedersachsen 2025 nach Arten

Anstieg der Personalauszahlungen setzt sich moderat fort

Ein fortwährender Treiber der kommunalen Auszahlungen in Niedersachsen waren auch 2025 Personalauszahlungen. Die steigenden Tariflöhne hatten im Vorjahr zu einem kräftigen Anstieg der Personalkosten um 9,5% geführt. Auch in 2025 wuchsen die Auszahlungen für das Personal, jedoch nur moderat um 5,8% auf 9.014 Mio. Euro. Die Dienstbezüge für aktives Personal stiegen um 5,7% auf 6.867 Mio. Euro an. Besonders kräftig nahmen die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung zu, welche sich um 10,8% auf 1.295 Mio. Euro erhöhten. Ursächlich dürften primär der gestiegene durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (von 1,7% auf 2,5%) und der angehobene Pflegebeitragssatz (von 3,4% auf 3,6%) sein. Bei den Beamtinnen und Beamten verringerten sich die Beiträge zu den Versorgungskassen um 6,9%. Das deutet auf Überschüsse der Versorgungskassen aus den Vorjahren hin, die nun durch geringere Umlagesätze an die Kommunen weitergegeben wurden.

Auffällig ist auch ein starker Anstieg bei den Versorgungsauszahlungen (+8,0% auf 210 Mio. Euro), der vor allem auf anwachsende Beihilfen und Unterstützungsleistungen für Versorgungsempfängerinnen und -empfänger (+12,6% auf 59 Mio. Euro) zurückzuführen ist.

Die Personalausgabenquote – berechnet durch den Anteil der Personalauszahlungen an den bereinigten Ausgaben – erhöhte sich im Jahr 2025 in Niedersachsen leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 23,4%.

Sozialleistungen bleiben Treiber der hohen Auszahlungssummen

Die Transferzahlungen1Unter Transferzahlungen sind Zahlungen der öffentlichen Hand an Privathaushalte zu verstehen, ohne dass hierbei eine marktliche Gegenleistung erfolgt. bildeten auch im Jahr 2025 die größte Auszahlungsposition in der vierteljährlichen Kassenstatistik Niedersachsens. Die staatlichen Geldleistungen wuchsen um 4,8% auf 21.957 Mio. Euro, allerdings geringer als im Vorjahr, in dem noch ein prozentualer Anstieg von 9,8% zu Buche stand. Die sozialen Leistungen und aufgabenbezogenen Leistungsbeteiligungen als Teilmenge wuchsen um 4,2% auf 11.701 Mio. Euro an. Der Anstieg der Auszahlungen lässt sich vor allem durch die fortgesetzte Anpassung der Regelsätze im Bereich der Sozialhilfe und des Bürgergeldes sowie steigende Fallzahlen erklären: Im Bereich Leistungen der Sozialhilfe (SGB XII) erfolgte ein moderater Anstieg der Auszahlungen um 4,8%. Die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII erhöhten sich im Jahr 2025 etwas deutlicher um 9,7% auf 2.525 Mio. Euro. Die Ausgaben für Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen nach SGB IX nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 7,9% zu und beliefen sich auf 3.600 Mio. Euro. Die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) gingen hingegen um 3,2% zurück, nachdem im letzten Jahr noch ein Anstieg um 4,2% zu verzeichnen gewesen war. Auch bei den sonstigen Sozialleistungen zeigte sich ein leichter Rückgang um 2,5%. Damit setzt sich der Trend steigender Sozialausgaben fort, wenngleich mit etwas geringerer Dynamik.

Die Auszahlungen für Sach- und Dienstleistungen stiegen 2025 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 5,1% auf 4.661 Mio. Euro. Maßgeblich war hier insbesondere der Zuwachs der Ausgaben für die Unterhaltung sowie Bewirtschaftung der Grundstücke, baulichen Anlagen und des sonstigen Vermögens um 5,7% auf 2.513 Mio. Euro. Das zeigt, dass die laufenden Kosten für den Betrieb kommunaler Infrastruktur weiter an Gewicht gewinnen.

Anstieg der Zinslast der Kommunen in Niedersachsen

Ein Thema, dass die kommunalen Haushalte auch 2025 zunehmend belastete, war die Zinsentwicklung. Die Zinsen und sonstigen Finanzauszahlungen erhöhten sich im Jahresvergleich um 18,2% auf 492 Mio. Euro. Vor allem die Zinsauszahlungen für Wertpapierschulden und Kredite stiegen um 19,8% auf 454 Mio. Euro deutlich an. Besonders stark fiel aber der Anstieg bei den Zinsen für Liquiditätskredite aus: Hier mussten die Kommunen 38,1% mehr als im Vorjahr aufwenden, wobei der absolute Auszahlungsbetrag mit 60,8 Mio. Euro noch vergleichsweise gering war. Es zeigt sich aber, dass der gegenüber den frühen 2020er Jahren deutlich gestiegene Leitzins der Europäischen Zentralbank nun vollumfänglich in den Kassen der niedersächsischen Gemeinden und Landkreise angekommen ist.

Die Auszahlungen aus Investitionstätigkeit sind mit +1,0% auf 5.885 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr hingegen kaum angestiegen. Darunter subsummieren sich beispielweise Ausgaben für

  • den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden,
  • den Erwerb von beweglichen Sachen des Anlagevermögens sowie
  • Baumaßnahmen.

Dabei fiel der Anstieg der Baumaßnahmen mit 8,4% auf 3.322 Millionen Euro durchaus deutlich aus und auch die Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen stiegen um 9,8% auf 864 Mio. Euro. Der Rückgang bei der Gewährung von Ausleihungen für Investitionen (-47,5% auf 287 Mio. Euro) ist überwiegend auf eine Umstellung bei der Verbuchung von weitergeleiteten Krediten der Landkreise an ihre kreisangehörigen Kommunen zurückzuführen (erfolgt seit 2025 haushaltsunwirksam).

Einzahlungen stiegen erstmalig seit 2022 wieder stärker als Auszahlungen

Die bereinigten Einzahlungen der niedersächsischen Kommunen wuchsen im vergangenen Jahr moderat um 5,3% auf 35.780 Mio. Euro und erreichten pro Kopf eine Summe von 4.467 Euro (siehe Tabelle T1). Damit wuchsen die kommunalen Einzahlungen nach einigen Jahren mit steigendem Defizit wieder stärker als die Auszahlungen. Ursächlich für dieses Wachstum sind aber vorwiegend Einmaleffekte (s. u.).

Abbildung A3 vermittelt die Einzahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise im Jahr 2025 nach Arten. Die prozentualen Anteile der Einzahlungsarten sowie die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr werden dargestellt. Im Jahr 2025 sind die Einzahlungen aus Zinsen und sonstigen Finanzeinzahlungen deutlich um 23,3% zurückgegangen. Den höchsten Anstieg wiederum erfuhren die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit um 15.7%
A3 Einzahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in Niedersachsen 2025 nach Arten

Die Gesamteinzahlungen einschließlich der Zahlungen von gleicher Ebene beliefen sich 2025 auf 44.106 Mio. Euro (ohne Zahlungen von gleicher Ebene: 35.780 Mio. Euro). Ganz überwiegend handelte es sich dabei um Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit in Höhe von 42.252 Mio. Euro, während die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit mit 1.855 Mio. Euro trotz einer deutlichen Zunahme weniger stark ins Gewicht fallen.

Zuwendungen und allgemeine Umlagen als größte Einzahlungsposition wächst nur noch schwach

Bei den Einzahlungen legten die Zuwendungen und allgemeinen Umlagen als volumenmäßig bedeutendste Position der niedersächsischen Kommunen im Jahr 2025 nur noch um 0,4% auf 15.998 Mio. Euro zu. Im Vorjahr hatte das Wachstum hier noch 3,9% betragen. Im Detail entwickelten sich die Ausgleichsleistungen und Zuweisungen vom Land rückläufig (-3,1% auf 8.108 Mio. Euro). Die allgemeinen Umlagen von Gemeinden stiegen hingegen um 4,6% auf 5.868 Mio. Euro. Die aufgabenbezogenen Leistungsbeteiligungen des Bundes nach SGB II gingen um 7,9% auf 1.872 Mio. Euro zurück.

Abbildung 4 stellt die Steuereinzahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise nach Arten in einem Kreisdiagramm im Jahr 2025 dar. Das Kreisdiagramm enthält die Steuerarten und ihre prozentualen Anteile, welche sich insgesamt zu den Gesamtsteuereinnahmen summieren. Die Grundsteuer C ist seit dem Jahr 2025 ein neuer Bestandteil, welcher jedoch bisher noch keine Werte aufweist.
A4 Steuereinzahlungen der Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in Niedersachsen 2025 nach Arten

Steuereinnahmen steigen in Niedersachsen wieder

Die Steuern und steuerähnlichen Abgaben als zweitgrößter Einzahlungsposten nahmen mit 7,8% auf 14.040 Mio. Euro zu (siehe Tabelle T1 und T3). Dies steht im Kontrast zum Vorjahr, als lediglich ein kleiner Anstieg von 2,3% zu verzeichnen war.

Besonders die Gewerbesteuer entwickelte sich insgesamt positiv. Die Bruttoeinnahmen aus der Gewerbesteuer stiegen um 8,0% auf 6.684 Mio. Euro. Betrachtet man die zehn Städte mit den höchsten Gewerbesteuereinnahmen (brutto) in Niedersachsen in 2025 so sieht man, dass ein Anstieg um 44,9% stattgefunden hat. Nur vier der zehn Städte verzeichneten einen Rückgang. Dabei ragte die Stadt Langenhagen mit dem höchsten Rückgang in Höhe von 11,4% heraus, gefolgt von Wolfsburg (-10,2%), Göttingen (-9,4%) und Braunschweig (-4,4%). Nachdem Hannover im Vorjahr noch einen Rückgang ihrer Gewerbesteuereinnahmen um fast ein Viertel auf 813 Mio. Euro melden musste, nahm man dort im Jahr 2025 wieder 28,4% mehr Gewerbesteuer ein (1.044 Mio. Euro, siehe Tabelle T5). Damit ist die Landeshauptstadt fast wieder auf dem Niveau von 2023 angelangt (1.076 Mio. Euro).

Gewerbesteuereinnahmen erholen sich

Das höchste Plus in Höhe von 348% erzielte jedoch die Stadt Norden und konnte ihre Gewerbesteuereinnahmen (brutto) somit mehr als verdreifachen. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom Dezember 2024 zur Gewerbesteuer von Offshore-Windparks in den gemeindefreien Gewässern der Nordsee. Nach der Entscheidung, dass nicht länger das Land Niedersachsen die Zahlungen aus dieser reinen Gemeindesteuer einnehmen darf, erhielt die Stadt Norden (Sitz vieler Betreibergesellschaften) eine Nachzahlung für vergangene Jahre in Höhe von rund 90 Mio. Euro. Es handelte sich also um einen Einmaleffekt. Nach einer Änderung der Verordnung über die Erhebung der Gewerbe- und der Grundsteuer in gemeindefreien Gebieten (GewStErhV) zum 01.01.2026 erhebt inzwischen die Stadt Wilhelmshaven die Gewerbesteuer für diese Anlagen.

Nach Abzug der Gewerbesteuerumlage verblieb den Kommunen ein Nettoaufkommen aus der Gewerbesteuer von 6.136 Mio. Euro, ein Plus von 8,4% gegenüber 2024. Im Vorjahr stand hier noch ein leichter Rückgang um 0,9% zu Buche.

Gemeindeanteile an Gemeinschaftssteuern wächst

Auch die Gemeindeanteile an den Gemeinschaftssteuern entwickelten sich positiv. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer wuchs um 10,7% auf 4.701 Mio. Euro, was auf die gute Arbeitsmarktlage und steigende Löhne im Jahr 2025 zurückzuführen ist. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer stieg um 6,1% auf 757 Mio. Euro. Dagegen stagnierten die Grundsteuereinnahmen nahezu auf dem Vorjahresniveau (+0,6% auf 1.701 Mio. Euro).

Die privatrechtlichen Leistungsentgelte, Kostenerstattungen und Kostenumlagen verzeichneten mit einem Plus von 11,8% auf 8.503 Mio. Euro ein starkes Wachstum. Hierbei spielten insbesondere die Kostenerstattungen und Kostenumlagen eine Rolle, die um 12,9% auf 7.790 Mio. Euro zulegten. Ein wesentlicher Grund für diesen starken Anstieg waren die Kostenerstattungen vom Land, die um 14,5% auf 6.028 Mio. Euro anwuchsen. Kommunen wickeln zunehmend Aufgaben im Auftrag des Landes ab, die sie vorher in eigener Zuständigkeit erbracht haben. Die entsprechenden Ausgaben werden den Kommunen anschließend vom Land erstattet. Hierzu gehören etwa Kostenerstattungen für bestimmte soziale Leistungen, die Durchführung von Wahlen oder auch die Straßenunterhaltung.

Höhere Investitionszuwendungen in Niedersachsen

Die Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit legten insgesamt um 15,7% auf 1.855 Mio. Euro zu. Dieser positive Trend ist maßgeblich auf deutlich höhere Investitionszuwendungen vom Land Niedersachsen zurückzuführen, die um 35,8% auf 892 Mio. Euro gestiegen sind. Im Rahmen des Paktes für Kommunalinvestitionen stellt das Land den Gemeinden und Gemeindeverbänden insgesamt 600 Mio. Euro zur Verfügung, die nach eigenem Ermessen vor Ort investiert werden können. Eine Vorauszahlung von 400 Mio. Euro erfolgte im November 2025.

Neuer Höchststand bei den Liquiditätskrediten

Der hohe Investitionsbedarf und das anhaltende Finanzierungsdefizit spiegeln sich letztlich auch in der Entwicklung der kommunalen Verschuldung in Niedersachsen wider. Die Gesamtverschuldung stieg bis zum Jahresende 2025 auf 23.017 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahresstand von 18.807 Mio. Euro entspricht das einem kräftigen Zuwachs in Höhe von 22,4%. Ganz überwiegend geht dieser Zuwachs auf Anstiege der Verschuldung beim sogenannten nicht-öffentlichen Bereich (v. a. Kreditinstitute) zurück. Die Wertpapierschulden und (Investitions-)Kredite beim nicht-öffentlichen Bereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 17,7% auf 18.500 Mio. Euro. Insbesondere die kurzfristigen Liquiditätskredite (auch: Kassenkredite) beim nicht-öffentlichen Bereich nahmen stark zu (+67,5%) auf einen neuen Höchststand von 2.939 Mio. Euro (siehe Tabelle T4).

Fazit

Obwohl die kommunalen Einzahlungen 2025 stärker gestiegen sind als die Auszahlungen, besteht bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden in Niedersachsen nach wie vor ein historisch hohes Finanzierungsdefizit von 3.649 Mio. Euro. Die Haupttreiber der hohen Auszahlungssummen waren nach wie vor die Personalkosten (+5,8%) sowie die Sozialleistungen (+4,2%). Auf der Einzahlungsseite zeigten insbesondere die Gewerbesteuereinnahmen (+8,0%) und der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (+10,7%) eine positive Entwicklung.

Die anhaltend hohe Verschuldung und v. a. der stark gestiegene Kassenkreditbestand unterstreichen die angespannte Finanzlage der niedersächsischen Kommunen, die unter anhaltend großem Druck stehen, ihre laufenden Aufgaben, Investitionen und zunehmende Finanzierungslasten gleichermaßen zu bewältigen.


Weitere Informationen finden Sie auf der Website des LSN: www.statistik.niedersachsen.de

Fußnoten

  • 1
    Unter Transferzahlungen sind Zahlungen der öffentlichen Hand an Privathaushalte zu verstehen, ohne dass hierbei eine marktliche Gegenleistung erfolgt.