
Der Wirtschaftsstandort Niedersachsen war auch im Jahr 2025 von strukturellen Herausforderungen und weltwirtschaftlichen Veränderungen geprägt. In diesem Beitrag wird der Frage „Wie entwickelte sich die Wirtschaft in Niedersachsen?“ anhand wichtiger Aspekte und Teilbereiche nachgegangen – im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Arbeitslosigkeit sowie den Außenhandel.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Niedersachsen – BIP leicht über Bundesdurchschnitt
Die niedersächsische Wirtschaftsleistung stieg im Jahr 2025 leicht an. So hat sich der Wert der in Niedersachsen produzierten Güter und Dienstleistungen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), auf Basis der vorläufigen Fortschreibung real um 0,7% gegenüber dem Vorjahr erhöht (vgl. Tabelle T1). Nominal, also nicht preisbereinigt, stieg das niedersächsische BIP um 3,7% auf rund 399 Milliarden Euro (vgl. Abbildung A1). Damit lag die Entwicklung der niedersächsischen Wirtschaftsleistung etwas über dem Bundesdurchschnitt von 0,2% (real) bzw. 3,3% (nominal).

Getragen wurde die Entwicklung in Niedersachsen 2025 überwiegend von den Dienstleistungsbereichen – hier stieg die Bruttowertschöpfung (BWS) real um 0,9% gegenüber dem Vorjahr. Die Wirtschaftsleistung in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei ging dagegen um 2,0% zurück. Das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe wuchs minimal um 0,1%, wobei darunter das Verarbeitende Gewerbe bei +0,0% stagnierte. Das Baugewerbe verzeichnete einen leichten Zuwachs von 0,2%.
Erwerbstätigkeit in Niedersachsen 2025
Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Niedersachsen lag im Jahresdurschnitt 2025 bei rund 4,24 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen leichten Zuwachs um 0,1%. Im Bundesdurchschnitt blieb die Zahl der Erwerbstätigen dagegen mit rund 45,9 Millionen nahezu unverändert (-0,0%) (vgl. Tabelle T2).
In den verschiedenen Hauptwirtschaftsbereichen verlief die Entwicklung der Erwerbstätigen in Niedersachsen im Jahr 2025 unterschiedlich. Nur bei den öffentlichen und sonstigen Dienstleistungen (inklusive Erziehung, Gesundheits- und Sozialwesen, private Haushalte) war ein Anstieg von 1,7% zu verzeichnen. Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei nahm die Zahl der Erwerbstätigen dagegen um 2,2% ab. Im Verarbeitenden Gewerbe war ein Rückgang um 2,1% zu beobachten und im Baugewerbe um 0,6%.
Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort Niedersachsen stieg bis zum Stichtag 30. Juni 2025 gegenüber dem Vorjahr nur marginal um 0,3% auf 3,15 Millionen Personen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ging dagegen im gleichen Zeitraum um 2,1% auf 437.000 zurück.
Arbeitsvolumen in Niedersachsen leicht gesunken
Das Arbeitsvolumen, also die Summe aller geleisteten Arbeitsstunden, sank 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2% auf 5,6 Milliarden geleistete Arbeitsstunden. Im Durchschnitt über alle Wirtschaftsbereiche arbeitete jede erwerbstätige Person in Niedersachsen damit 1.322 Stunden. Das entspricht einem leichten Rückgang von ebenfalls 0,2% bzw. etwa 3 Stunden weniger pro Person (vgl. Tabelle T3).
Anzahl der Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei am höchsten
Am auffälligsten war der Rückgang der Arbeitsstunden im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (-4,9%) bei gleichzeitiger Abnahme der Stunden je Person um -2,7%. Trotz dieses Rückgangs war die durchschnittliche Zahl der Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person in diesem Wirtschaftsbereich mit 1.680 Stunden am höchsten. In den Dienstleistungsbereichen wurden 2025 rund 0,6% mehr Stunden geleistet, während die Arbeitszeit je Person leicht zurückging (-0,1%). Besonders stark war der Zuwachs im Grundstücks- und Wohnungswesen (+4,7%). Gleichzeitig wurden in diesem Wirtschaftsbereich mit 1.272 weniger Stunden je Person geleistet als im Durchschnitt über alle Wirtschaftsbereiche. Im Produzierenden Gewerbe ohne Baugewerbe gingen die geleisteten Arbeitsstunden merklich um -2,1% auf durchschnittlich 1.409 Stunden je Person zurück, darunter im Verarbeitenden Gewerbe um -2,5%. Das Baugewerbe verzeichnete ein moderates Minus von 0,6%.
Arbeitslosenquote drittes Jahr in Folge steigend
Im Dezember 2025 waren 6,0% aller zivilen Erwerbspersonen in Niedersachsen arbeitslos (vgl. Tabelle T4). Im Bundesgebiet lag die Arbeitslosenquote mit 6,2% etwas höher. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote in Niedersachsen bei 6,1% und war damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
Im Zeitverlauf betrachtet, zeigte die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 2009 bis 2019 eine konstant rückläufige Entwicklung bis auf 5,0%. 2020 stieg die Arbeitslosenquote, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, zunächst wieder auf 5,8%, ging dann jedoch 2 Jahre in Folge wieder zurück. Seit 2023 ist eine Zunahme zu beobachten (vgl. Abbildung A2).

Arbeitslosenquoten regional unterschiedlich
Regional betrachtet, gab es auch im Jahr 2025 deutliche Unterschiede bei den Arbeitslosenquoten auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte Niedersachsens (vgl. Tabelle T5 und Abbildung A3). So waren die Quoten in den kreisfreien Städten
- Wilhelmshaven (11,1%),
- Delmenhorst (10,8%) und
- Salzgitter (10,1%)
zum Teil mehr als dreimal so hoch wie in den Landkreisen Emsland (3,5%), Osterholz und der Grafschaft Bentheim (jeweils 3,6%).

In der überwiegenden Zahl der Kreise und kreisfreien Städte stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2024 an, am stärksten in den kreisfreien Städten Braunschweig (+11,5%) und Wolfsburg (+11,3%). In neun Kreisen und kreisfreien Städten fiel die Zahl der Arbeitslosen dagegen, darunter insbesondere in Kreisen in der Statistischen Region Weser-Ems im Norden des Landes. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete das Ammerland (-5,2%).
In der regionalen Gesamtschau herrschte vor allem in den westlichen Landkreisen Niedersachsens sowie östlich von Bremen eine eher geringe Arbeitslosigkeit vor. Überdurchschnittlich hoch fielen die Arbeitslosenquoten dagegen mehrheitlich in den kreisfreien Städten sowie in den eher südlichen Landkreisen Niedersachsens aus.
Außenhandel: Exporte Niedersachsens im Jahr 2025
Der Wirtschafts- und Arbeitsmarkt ist in der jüngsten Vergangenheit vermehrt durch strukturelle und geopolitische Herausforderungen geprägt. Zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Niedersachsens kann die Außenhandelsstatistik in diesem Zusammenhang weitere Indikatoren beitragen.
Der nominale Wert der niedersächsischen Exporte stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,1% auf rund 102,9 Milliarden Euro. Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft machten Fertigwaren den wertmäßig größten Anteil an der Gesamtausfuhr aus (76,8%) und darunter Enderzeugnisse (66,4%), deren Exportwert gegenüber 2024 um 2,7% zunahm. Im Gegensatz dazu ging die Ausfuhr an Vorerzeugnissen um 10,0% zurück. Rohstoffe wurden im Wert von 629 Millionen Euro exportiert (-6,1%). Der Export von Halbwaren, wie beispielsweise Mineralölerzeugnisse, nahm um 5,7% auf einen Wert von 5,5 Milliarden Euro zu (vgl. Tabelle T6).
Personenkraftwagen und Wohnmobile wichtigste Exportgüter
Hinsichtlich der wichtigsten Warengruppen, die aus Niedersachsen exportiert wurden, blieb das Bild auch 2025 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert, wenngleich die Veränderungen zum Vorjahr differenziert waren. Wichtigste Exportgüter mit einem Wert von 19,6 Milliarden Euro waren Personenkraftwagen und Wohnmobile. Ihr Ausfuhrwert stieg (nominal) deutlich um 11,8%. Demgegenüber ging der Wert der zweitbedeutendsten Exportgüter – Fahrgestelle, Karosserien, Motoren, Teile/Zubehör – um 12,6% auf 6,8 Milliarden Euro zurück. Dahinter folgte der Export von Geräten zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung mit 5,2 Milliarden Euro (+7,1%) und Maschinen (anderweitig nicht genannt) mit 3,5 Milliarden Euro (+1,0%).
EU-Länder Hauptbestimmungsziele der niedersächsischen Exporte
Hauptbestimmungsziele der Exporte waren 2025 nach wie vor die Länder der EU, in die 62,4% der Ausfuhren aus Niedersachsen gingen (vgl. Tabelle T7 und Abbildungen A4 und A5). Die intensivsten Handelsbeziehungen hatte Niedersachsen innerhalb der EU mit den Niederlanden (10,1%) sowie Polen und Frankreich (jeweils 7,0% an der Gesamtausfuhr). Während die Exporte in die Niederlande und Polen zunahmen (+4,8% bzw. +7,3%), gingen sie nach Frankreich um 5,5% zurück. Insgesamt stieg der Wert der Exporte in die Länder der EU mit 3,1% mehr als in die Länder der übrigen Welt (+0,3%).

Rückgang der Exporte in die Vereinigten Staaten von mehr als 10%
Wichtigste Abnehmer niedersächsischer Erzeugnisse außerhalb der EU waren im Jahr 2025
- das Vereinigte Königreich mit einem Ausfuhranteil von 6,8%,
- die Vereinigten Staaten (6,4%) und
- China (2,8%).
Während die Exporte in das Vereinigte Königreich deutlich um 11,3% zunahmen, gingen sie in die Vereinigten Staaten fast ebenso deutlich um -10,4% zurück. Ihr Wert betrug 6,6 Milliarden Euro. Der Wert der Ausfuhren nach China blieb dagegen nahezu stabil (+0,3%).

Fazit
Die wirtschaftliche Lage Niedersachsens zeigte sich 2025 insgesamt stabil, wenngleich starke Wachstumsimpulse ausblieben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nach vorläufigen Ergebnissen real um 0,7% und damit etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (0,2%).
Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2025 bei etwa 6,0% und stieg damit das dritte Jahr in Folge. Insgesamt blieb der Arbeitsmarkt jedoch vergleichsweise robust.
Im Bereich des Außenhandels blieben starke Wachstumsimpulse im Jahr 2025 aus, auch begründet durch geopolitische Unsicherheiten und einer gedämpften internationalen Nachfrage. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr dennoch um 2,1%. Bedeutendster Handelspartner blieben die Niederlande. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen um mehr als 10% zurück.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des LSN:
- Themen > Konjunktur, VGR: https://www.statistik.niedersachsen.de/startseite/themen/konjunktur_vgr/
- Themen > Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt > Arbeitsmarkt: https://www.statistik.niedersachsen.de/arbeitsmarkt-niedersachsen
- Themen > Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt > Erwerbstätigenrechnung: https://www.statistik.niedersachsen.de/startseite/themen/erwerbstatigkeit_und_arbeitsmarkt/erwerbstatigenrechnung/
- Themen > Außenhandel https://www.statistik.niedersachsen.de/themen/aussenhandel-niedersachsen