Verarbeitendes Gewerbe in Niedersachsen 2025

Verarbeitendes Gewerbe in Niedersachsen 2025
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Industrieprodukte aus Niedersachsen sind weltweit gefragt und daher auch von der Weltpolitik abhängig. Das Jahr 2025 war geprägt von Unsicherheiten hinsichtlich der US-amerikanischen Zollpolitik. Wie sich dies auf den Industriestandort Niedersachsen ausgewirkt hat und wie sich Auftragseingänge, Umsatz und Beschäftigung entwickelt haben, beleuchtet dieser Beitrag.

Rückgang beim Auftragseingang in Niedersachsen um nominal -4,9%

Für die niedersächsische Industrie war 2025 kein leichtes Jahr, da sie immer wieder mit den Herausforderungen rund um die US-Zollpolitik konfrontiert war. Die niedersächsischen Industriebetriebe sind zum Teil sehr exportabhängig und hatten demzufolge vermehrt mit Planungsunsicherheit zu kämpfen, was auch die Auftragslage zeigt.

Das Verarbeitende Gewerbe in Niedersachsen verzeichnete im Jahr 2025 durchschnittlich ein Minus von nominal 4,9% bei den Auftragseingängen. In mehr als der Hälfte der Monate des Jahres 2025 gab es Auftragsrückgänge, den größten im Oktober 2025 mit -42,8%. Dieser deutliche Rückgang ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass der Vorjahresmonat durch einen Großauftrag geprägt war. Den größten Auftragszuwachs gab es im Dezember 2025 mit einem Plus von 23,6% wie Abbildung A1 zeigt:

Die Grafik zeigt die nominale Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen in den jeweiligen Monaten des Jahres 2025 im Vergleich zu 2024 unterteilt nach den Auftragseingängen insgesamt, sowie den Bestellungen aus dem In- und Ausland.
A1 Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe 2025 (Wertindex 2021 = 100) – Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent

Auslandsnachfrage verliert fast 10%

Die Inlandsnachfrage entwickelte sich mit einem Plus von 1,2% positiv gegenüber dem Jahr 2024. Demgegenüber verzeichneten die Orders aus dem Ausland einen Rückgang um nominal 9,5%.

Die Auftragseingänge stiegen in der Vorleistungsgüterproduktion (+2,5%), der Gebrauchsgüterproduktion (+11,2%) sowie der Verbrauchsgüterproduktion (+3,3%). Einen Rückgang in der Auftragslage gab es bei den Investitionsgüterproduzenten mit -8,8%.

In den einzelnen Wirtschaftsabteilungen entwickelten sich die Auftragseingänge unterschiedlich. Sie legten nominal unter anderem in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+6,3%), der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+14,0%) sowie der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (+4,5%) zu. Rückläufig waren die Auftragseingänge unter anderem im sonstigen Fahrzeugbau (-50,7%) sowie im Maschinenbau (-3,4%).

Während Niedersachsen bei den Auftragseingängen nominal ein Minus von 5,2% erwirtschaftete, gab es bundesweit eine gegenläufige Entwicklung: in Deutschland stiegen sie im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 3,3%.

Rückgang beim realen Auftragseingang in Niedersachsen um 5,4%

Der Blick in die Zahlen zum preisbereinigten Auftragseingang zeigt ebenfalls eine negative Entwicklung. Unter Berücksichtigung der Inflation war im Jahresdurchschnitt 2025 ein Minus von 5,4% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die Inlandsnachfrage stieg leicht um 0,4%, wohingegen die Auslandsorders um -10,0% abnahmen.

In den Monaten Mai bis Oktober 2025 lag der preisbereinigte Auftragseingang immer im Minus, der höchste Wert wurde im Oktober 2025 mit einem Minus von 42,4% gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet. In den Monaten November und Dezember 2025 stieg die Auftragslage wieder um 22,4 bzw. 21,6%, wie Abbildung A2 zeigt:

Die Grafik zeigt die preisbereinigte Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen in den jeweiligen Monaten des Jahres 2025 im Vergleich zu 2024 unterteilt nach den Auftragseingängen insgesamt, sowie den Bestellungen aus dem In- und Ausland
A2 Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe 2025 (Volumenindex 2021 = 100) – Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent

Die Auftragseingänge stiegen in der Vorleistungsgüterproduktion (+2,6%), der Gebrauchsgüterproduktion (+10,2%) sowie der Verbrauchsgüterproduktion (+2,7%). Einen Rückgang in der Auftragslage gab es bei den Investitionsgüterproduzenten mit -9,7%.

In den einzelnen Branchen sah es im Jahr 2025 wie folgt aus: Zuwächse gab es unter anderem in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+5,4%). Den höchsten Auftragsrückgang gab es im sonstigen Fahrzeugbau (-51,0%).

53,7% des Auftragsvolumens aus dem Ausland

Im Jahr 2025 kamen insgesamt 53,7% des Auftragsvolumens aus dem Ausland und damit 2,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Dies zeigte auch schon die Entwicklung des nominalen und realen Auftragseingangsindex.

Von allen Auslandsaufträgen im Jahr 2025 wurden dabei 44,1% aus Ländern der Eurozone und damit ohne Wechselkursrisiko geordert. Dies waren 6,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Die Wirtschaftszweige mit den höchsten Anteilen an Auslandsaufträgen waren im Jahr 2025 folgende:

  • Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (77,3%),
  • Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (70,0%) sowie
  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen (65,5%).

Umsatzplus im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen

Die Umsätze bei den niedersächsischen Betrieben im Verarbeitenden Gewerbe stiegen im Jahr 2025 um durchschnittlich 1,1% gegenüber dem Vorjahr (siehe Abbildung A3). Umsatzzuwächse waren unter anderem in

  • der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen +12,3%,
  • der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen (+7,6%),
  • der Herstellung von Metallerzeugnissen (4,4%),
  • dem sonstigen Fahrzeugbau (+6,3%) sowie
  • der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (3,0%)

zu verzeichnen. Ein Umsatzrückgang wurde beispielsweise in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-2,3%) sowie dem Maschinenbau (-1,8%) erzielt.

Die Grafik zeigt die Entwicklung von Beschäftigung und Umsatz im Verarbeitenden im Jahr in Niedersachsen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 unterteilt nach Branchen.
A3 Entwicklung von Beschäftigung und Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe 2025 – Veränderung gegenüber 2024 in Prozent

Die Hälfte aller Umsätze wird im Ausland getätigt

Von den gesamten Umsätzen im Jahr 2025 wurden 49,4% im Auslandsgeschäft erzielt. Der Anteil der Auslandsumsätze nahm damit um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr ab. Den überwiegenden Anteil an den Auslandsumsätzen hatten mit 58,3% auch im Jahr 2024 Länder außerhalb der Eurozone.

Während die Entwicklung der Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen 2025 positiv war, zeigte sich für Deutschland ein gegenläufiger Trend. Im Bundesdurchschnitt fielen die Umsätze um 1,4% im Vergleich zu 2024.

Rückgang der tätigen Personen im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen um 1,6%

Die Zahl der tätigen Personen im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen ist 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 % auf rund 500.000 zurückgegangen. Rückläufig waren unter anderem die tätigen Personen in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-5,0%). Zuwächse bei den Beschäftigten gab es in der Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen mit 2,9% sowie bei der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit 1,7%.

Auch bundesweit verringerte sich die Zahl der tätigen Personen im Verarbeitenden Gewerbe, mit -1,9 % jedoch etwas stärker als in Niedersachsen.

Verarbeitendes Gewerbe in Niedersachsen wird dominiert vom Fahrzeugbau

Die Branchenstruktur des Verarbeitenden Gewerbes in Niedersachsen wurde im Jahr 2025 erneut vom Fahrzeugbau dominiert. In diesem Wirtschaftszweig wurde ein Anteil von 46,3% am Gesamtumsatz im Verarbeitenden Gewerbe erzielt (siehe Abbildung A4), das waren 0,9 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Danach folgte das Ernährungsgewerbe einschließlich der Tabakverarbeitung. Der Anteil am Gesamtumsatz lag bei 16,5% und damit 0,6 Prozentpunkte unter dem Wert von 2024. In der Metallerzeugung und -bearbeitung einschließlich der Herstellung von Metallerzeugnissen wurde ein Umsatzanteil von 7,9% erwirtschaftet. Der Wert blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Grafik zeigt die Branchenstruktur des Verarbeitenden Gewerbes in Niedersachsen nach Umsatzanteilen im Jahr 2025. Den größten Anteil hat mit 46,3 % die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, sonstiger Fahrzeugbau.
A4 Branchenstruktur des Verarbeitenden Gewerbes 2025 nach Umsatzanteilen

Fazit

Die Auftragslage im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen war im Jahr 2025 sowohl nominal mit -4,9% als auch preisbereinigt mit -5,4% negativ. Insbesondere die Bestellungen aus dem Ausland gingen spürbar zurück.

Die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen stiegen im Jahr 2025 um 1,1% im Vergleich zu 2024 jedoch nahm die Zahl der tätigen Personen um 1,6% ab.

Die niedersächsische Branchenstruktur wird weiterhin sehr stark vom Fahrzeugbau dominiert. Im Jahr 2025 wurde ein Anteil von 46,3% aller Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen in dieser Branche erwirtschaftet.


Weitere Informationen zum Verarbeitenden Gewerbe in Niedersachsen gibt es auf www.statistik.niedersachsen.de.