
Wie entwickelten sich Niedersachsens Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2025? Wo gab es große Anstiege und wo Rückgänge? Worauf ist der Wechsel vom Finanzierungsüberschuss der Vorjahre zum Defizit zurückzuführen? Diese und weitere Informationen bietet der folgende Beitrag zu den Staatsfinanzen des Landes Niedersachsen in 2025.
Finanzierungsdefizit in 2025 nach Jahren der Überschüsse
Erstmals seit 2021 verzeichnete das Land Niedersachsen im Jahr 2025 wieder ein Finanzierungsdefizit, diesmal in Höhe von 1.391 Millionen Euro (siehe Abbildung A1). Im Vorjahr hatte das Land noch einen Überschuss von 1.727 Mio. Euro erzielt, so dass der Finanzierungssaldo sich insgesamt um rund 3.118 Mio. Euro verschlechtert hat. Der Saldo ergibt sich aus der Gegenüberstellung der bereinigten Gesamtausgaben von 45.215 Mio. Euro (siehe Tabelle T1) und der bereinigten Gesamteinnahmen von 43.824 Mio. Euro (siehe Tabelle T2). Dabei stiegen die Ausgaben mit +7,7% deutlich stärker als die Einnahmen, die lediglich um +0,3% zulegten.

Bei 5.478 Euro lagen die Pro-Kopf-Einnahmen des Landes, bei den Ausgaben ergab sich je Einwohnerin und Einwohner Niedersachsens ein Betrag von 5.652 Euro. Das daraus gebildete Finanzierungssaldo belief sich auf -174 Euro pro Person.
Bei den bereinigten Ausgaben bzw. Einnahmen werden sogenannte besondere Finanzierungsvorgänge ausgeklammert, beispielsweise die Aufnahme und Rückzahlung von Krediten.
Verhältnis hat sich leicht zugunsten der Kapitalrechnung entwickelt
In der Systematik der Finanzstatistik untergliedern sich die bereinigten Gesamtausgaben in die Ausgaben der Kapitalrechnung und die Ausgaben der laufenden Rechnung. Bei Letzterem handelt es sich zum Beispiel um
- Personalausgaben,
- laufenden Sachaufwand,
- Zinsausgaben sowie
- Zuweisungen/Zuschüsse für laufende Zwecke,
also um Ausgaben, die im Rahmen des Verwaltungsvollzugs regelmäßig anfallen und nicht vermögenswirksam sind.
Im Jahr 2025 entfielen 90,1% der Ausgaben auf die laufende Rechnung und rund 9,9% auf die Kapitalrechnung. Das Verhältnis hat sich also im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozentpunkte zugunsten der Kapitalrechnung verändert.
Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke in Niedersachsen
Auch im Jahr 2025 erwiesen sich die Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke als größter Ausgabenblock beim Land Niedersachsen. Sie machten einen Anteil von 51,3% an der laufenden Rechnung aus und stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,1% auf 20.894 Mio. Euro (2024: 20.454 Mio. Euro). Zwei Drittel dieser Ausgaben bzw. 13.935 Mio. Euro entfielen auf den öffentlichen Bereich in Form von allgemeinen Zuweisungen und Erstattungen (siehe Tabelle T1), unter anderem im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs. Die finanzielle Umverteilung zwischen Land und Kommunen belief sich in Niedersachsen nach Berücksichtigung der sog. Steuerverbundabrechnung im Jahr 2025 auf 5.514 Mio. Euro und ist damit leicht zurückgegangen um 1,2%.
Zuschüsse an öffentliche oder private Unternehmen vom Land Niedersachsen beliefen sich im Jahr 2025 auf 3.921 Mio. Euro, was einen leichten Anstieg um 4,7% im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.
Die Zuweisungen und Zuschüsse für soziale oder ähnliche Einrichtungen wie Altenpflegeheime, Behindertenwerkstätten und Jugendhilfeeinrichtungen sind derweil im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen um 9,0% auf 1.654 Mio. Euro.
Die Sozial- und sonstigen Geldleistungen an natürliche Personen sind einschließlich der Zahlungen nach dem Wohngeldgesetz ausgewiesen. Hier stiegen die Auszahlungen 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7% auf 1.089 Mio. Euro. Im mittelfristigen Vergleich zum Jahr 2020 ist aber ein starker Anstieg dieser Ausgabenposition um ca. 87,1% zu erkennen.
Personalausgaben wieder zweitgrößter Ausgabenposten in Niedersachsen
Auch im Jahr 2025 reihten sich die Personalausgaben mit 16.379 Mio. Euro wieder als der zweitgrößte Posten unter den Ausgaben des Landes Niedersachsen ein. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie um 4,8%. Das Verhältnis der Personalausgaben zu den bereinigten Gesamtausgaben – die Personalausgabenquote verringerte sich dadurch leicht um 1,0 Prozentpunkte auf 36,2%.
Der laufende Sachaufwand, dazu zählen Ausgaben für den laufenden Betrieb, wie Büromaterialien, Energie oder IT-Ausstattung, stieg 2025 moderat um 4,6% auf 2.565 Mio. Euro. Im mittelfristigen Vergleich zum Jahr 2020 zeigte sich dagegen ein deutlicherer Ausgabenanstieg um fast die Hälfte (+41,8%), der unter anderem durch die Entwicklung der Inflation in den Jahren 2022 bis 2024 beeinflusst wurde.
Starke Erhöhung der Zinsausgaben
Ein eher kleinerer Ausgabenposten in der laufenden Rechnung sind die Zinsausgaben am Kreditmarkt. Auch hier gab es jedoch eine starke Erhöhung der Ausgaben um fast ein Viertel (24,3%) auf 888 Mio. Euro. Der wesentliche Grund dafür war das Auslaufen alter, niedrigverzinster Anleihen und deren Ablösung durch nun höherverzinste Anleihen. Gegenüber 2020 haben sich die Zinsausgaben sogar um 44,2% erhöht. Das Verhältnis der Zinsausgaben am Kreditmarkt zu den bereinigten Einnahmen – die sogenannte Zinslastquote – erhöhte sich dadurch 2025 aber nur leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 2,0%.
Ausgaben der Kapitalrechnung um fast zwei Drittel kräftig angestiegen
Zu den Ausgaben der Kapitalrechnung zählen Ausgaben, die der Finanzierung von eigenen Investitionen und denen anderer Träger dienen, zum Beispiel:
- Baumaßnahmen,
- Erwerb von Sachvermögen und Beteiligungen,
- Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen und
- Gewährleistungen, Darlehensgewährungen.
Diese Ausgaben sind in Niedersachsen im Jahr 2025 sehr deutlich um 64,5% (Jahr 2024: 2.729 Mio. Euro) angewachsen. Im mittelfristigen Vergleich zum Jahr 2020 ist zu erkennen, dass sich die Ausgaben der Kapitalrechnung mit 122,3% mehr als verdoppelt haben.
Investitionsquote steigt u. a. durch Zahlungen aus Pakt für Kommunalinvestitionen
Der Großteil der Ausgaben der Kapitalrechnung entfiel erneut auf die Vermögensübertragungen (ganz überwiegend Investitionszuschüsse), welche 85,1% ausmachten. Im Fünfjahresvergleich zum Jahr 2020 haben sich die Vermögensübertragungen um 151,7% mehr als verdoppelt. Davon entfielen 2.210 Mio. Euro auf Zuweisungen an den öffentlichen Bereich (+97,7% gegenüber 2024) und 1.612 Mio. Euro auf Übertragungen an andere Bereiche (+60,6% gegenüber 2024). Hier schlagen sich unter anderem die 400 Mio. Euro Investitionszuweisungen des Landes im Rahmen des 2025 unterzeichneten Pakts für Kommunalinvestitionen nieder, die Ende November an die niedersächsischen Kommunen ausgezahlt wurden. Insgesamt zahlte das Land Niedersachsen im Jahr 2025 rund 957 Mio. Euro Investitionszuweisungen an Gemeinden und Gemeindeverbände aus, weitere 1.236 Mio. Euro wurden an staatliche Sondervermögen ausgezahlt und dienen beispielsweise zur Modernisierung von Landesliegenschaften und Landstraßen.
Der Erwerb von Beteiligungen – also der Kauf von Anteilen an Unternehmen oder Einrichtungen – steigerte sich 2025 gegenüber dem Vorjahr um 72,7% auf 196 Mio. Euro. Überwiegend handelte es sich hierbei um Kapitalerhöhungen bei bereits bestehenden landeseigenen Gesellschaften oder Großbeteiligungen. Die Sachinvestitionen gingen derweil leicht um 3,0% auf 462 Mio. Euro zurück.
Der Anteil der Investitionsausgaben an den bereinigten Ausgaben, also die Investitionsquote des Landes Niedersachsen belief sich 2025 auf 9,9% und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozentpunkte.
Bereinigte Gesamteinnahmen Niedersachsens leicht angestiegen
Die Bereinigten Gesamteinnahmen des Landes Niedersachsen stiegen 2025 leicht um 0,3% auf 43.824 Mio. Euro. Im mittelfristigen Vergleich zum Jahr 2020 sind die Einnahmen fast um ein Viertel (+23,5% von 35.487 Mio. Euro) angewachsen.
Auch die bereinigten Gesamteinnahmen gliedern sich in eine laufende und eine Kapitalrechnung. Bei den Einnahmen dominierte die laufende Rechnung aber noch stärker als bei den Ausgaben: 2025 betrug das Verhältnis zwischen laufender Rechnung und Kapitalrechnung 97,8% zu 2,2% (Tabelle T2).
Steuern und steuerähnliche Ausgaben generierten erneut höchste Einnahmen in Niedersachsen
Die höchsten Einnahmen der laufenden Rechnung im Haushalt des Landes Niedersachsen (81,3%) wurden erneut durch Steuern und steuerähnliche Abgaben in Höhe von 34.854 Mio. Euro generiert. Dies entspricht einem Anstieg von 3,6% gegenüber dem Vorjahr (33.641 Mio. Euro) und einem Wachstum von 31,3% gegenüber 2020.
Die Steuereinnahmenquote bildet das Verhältnis von Steuern und steuerähnlichen Abgaben im Verhältnis zu den bereinigten Einzahlungen ab. Vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 hat sich die Quote um 2,5 Prozentpunkte erhöht und beläuft sich nunmehr auf 79,5%. Je Einwohnerin und Einwohner erzielte das Land Niedersachsen 2025 Steuereinnahmen in Höhe von 4.357 Euro.
Landesanteile an Gemeinschaftssteuern leicht angestiegen
Den bei weitem größten Anteil der Steuereinnahmen des Landes bildeten mit erneut 93,1% die Landesanteile an Gemeinschaftssteuern (im engeren Sinne, ohne steuerähnliche Abgaben). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen sie leicht um 3,1% auf 32.248 Mio. Euro. Im mittelfristigen Vergleich zu 2020 zeigt sich ein Anstieg um ein Drittel.
Die Steuer vom Einkommen und die Steuer vom Umsatz bilden zusammen die Gemeinschaftssteuern. Ersteres wuchs 2025 um 6,4% auf 16.239 Mio. Euro. Innerhalb dieser Gruppe verzeichnete die Abgeltungssteuer mit +31,4% in 2025 den stärksten Zuwachs auf 807 Mio. Euro, gefolgt von der Körperschaftsteuer (+9,1% auf 1.532 Mio. Euro) und der veranlagten Einkommensteuer (+7,1% auf 3.240 Mio. Euro). Die Lohnsteuereinnahmen legten etwas schwächer um 4,9% auf 9.235 Mio. Euro zu.
Bei den Steuern vom Umsatz gab es – nach Verrechnung der hier einfließenden bundesstaatlichen Finanzausgleichszahlungen – hingegen eine Stagnation (nominell +3 Mio. Euro) auf dem Vorjahresniveau (Tabelle T3).
Einnahmen aus reinen Landessteuern in Niedersachsen deutlich gestiegen
Die Einnahmen aus reinen Landessteuern sind im Vergleich mit den Landesanteilen an den Gemeinschaftssteuern sehr deutlich um 31,0% gestiegen und betrugen 2025 rund 2.698 Mio. Euro. Hauptursächlich für den Zuwachs sind gestiegene Einnahmen aus der Erbschaftssteuer, die um 58,1% auf 1.093 Mio. Euro anstiegen ist (vgl. Tabelle T3). Die eingenommene Grunderwerbsteuer stieg um fast ein Viertel (22,8%) auf 1.274 Mio. Euro.
Die vom Land Niedersachsen eingenommenen Gewerbesteuern im länderangrenzenden Küstengewässer oder Festlandssockel fielen im vergangenen Jahr mit -322 Mio. Euro negativ aus. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom Dezember 2024 zur Gewerbesteuer von Offshore-Windparks in den gemeindefreien Gewässern der Nordsee. Nach der Entscheidung, dass nicht länger das Land Niedersachsen die Zahlungen aus dieser reinen Gemeindesteuer einnehmen darf, erhielten eine Reihe von Gemeinden Nachzahlungen für vergangene Jahre. Nach einer Änderung der Verordnung über die Erhebung der Gewerbe- und der Grundsteuer in gemeindefreien Gebieten (GewStErhV) zum 01.01.2026 erhebt zukünftig die Stadt Wilhelmshaven und nicht länger das Land diese Gewerbesteuer.
Die steuerähnlichen Abgaben (z. B. Spielbankabgaben) stiegen 2025 deutlich um 13,9% auf 231 Mio. Euro an.
Die Abbildung A2 zeigt die Entwicklung der Steuereinnahmen des Landes Niedersachsen in den vergangenen 20 Jahren.

Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke zurückgegangen
Mit einer Summe von 6.476 Mio. Euro bildeten die Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke erneut den zweithöchsten Posten unter den Einnahmen der laufenden Rechnung im Jahr 2025. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Summe um 6,4%. Mit 84,5% (5.469 Mio. Euro) handelte es sich dabei nahezu ausschließlich um Zuweisungen und Zuschüsse von Bund und Ländern (Tabelle T2).
Deutlich abgenommen haben die Einnahmen des Landes aus wirtschaftlicher Tätigkeit von 1.287 Mio. Euro auf 416 Mio. Euro. Dies entsprach einer Reduktion um 67,7%. Dabei ist zu beachten, dass diese Einnahmen 2024 u. a. aufgrund einer dividendenabhängigen Gewinnabführung der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft (HanBG) in Höhe von 655 Mio. Euro deutlich erhöht waren. 2025 sind die Einnahmen auf ein mit früheren Jahren eher vergleichbares Niveau (2022: 500 Mio. Euro, 2023: 495 Mio. Euro) zurückgegangen. Gebühren und sonstige Entgelte sind hingegen um 9,0% auf 623 Mio. Euro angestiegen. Diese Position hat sich seit 2020 mit +127,6% mehr als verdoppelt.
Die übrigen Einnahmen der laufenden Rechnung, darunter Zinseinnahmen und sonstige Verwaltungseinnahmen, sind im Jahr 2025 sehr stark um 77,0% auf 484 Mio. Euro angewachsen (+129,2% seit 2020).
Einnahmen der Kapitalrechnung leicht gesunken
Die Einnahmen der Kapitalrechnung in Niedersachsen betrugen im Jahr 2025 insgesamt 971 Mio. Euro und sind damit im Vorjahresvergleich leicht um 4,8% gesunken.
Im mittelfristigen Vergleich zum Jahr 2020 ist dagegen ein sehr deutlicher Anstieg um 65,9% zu erkennen. Wie schon in den Vorjahren handelte es sich auch 2025 ganz überwiegend um Vermögensübertragungen in einem Umfang von zuletzt 954 Mio. Euro, darunter 530 Mio. Euro Investitionszuweisungen vom Bund.
Besondere Finanzierungsvorgänge: Erhöhte Kreditaufnahme
Im Bereich der besonderen Finanzierungsvorgänge – also Schuldenaufnahmen und -tilgungen – nahm das Land Niedersachsen im Jahr 2025 etwa 7.990 Mio. Euro am Kreditmarkt auf (+12,5% gegenüber 2024: 7.104 Mio. Euro) und tilgte gleichzeitig 7.132 Mio. Euro (-2,3% gegenüber 2024: 7.301 Mio. Euro). Per Saldo wurde die Nettokreditaufnahme gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgeweitet.
Fazit
Im Gegensatz zu den Vorjahren erzielte das Land Niedersachsen 2025 erstmals seit 2021 wieder ein Finanzierungsdefizit – diesmal in Höhe von 1.391 Mio. Euro. Die bereinigten Gesamteinnahmen stiegen mit +0,3% nur gering auf 43.824 Mio. Euro. Demgegenüber stiegen die bereinigten Gesamtausgaben jedoch deutlich um 7,7% auf 45.215 Mio. Euro.
Insbesondere die sehr stark angestiegenen Investitionszuweisungen sowie höhere Personalausgaben wirkten sich negativ auf die Gesamtsumme und damit zugleich auf den Saldo aus.
Die Steuereinnahmen und steuerähnlichen Abgaben entwickelten sich grundsätzlich positiv und generierten die höchsten Einnahmen, konnten aber die gestiegenen Ausgaben nicht kompensieren.
Weitere Informationen und Daten zum Thema Finanzen in Niedersachsen gibt es auf statistik.niedersachsen.de.