
Das Internet gehört für die meisten Menschen in Niedersachsen zum Alltag dazu. Mit zunehmender Nutzung sollten jedoch auch damit einhergehende Herausforderungen und Risiken in den Blick genommen werden, wie Desinformation („Fake News“) sowie Hassrede („Hatespeech“). Diese haben in öffentlichen Diskussionen der vergangenen Jahre an Bedeutung gewonnen. Anlässlich des morgigen Safer Internet Days soll anhand von aktuellen Daten des Mikrozensus 2025 zur Internetnutzung insbesondere ein Blick auf die wahrgenommene Verbreitung dieser Phänomene in Niedersachsen geworfen werden.
Der Großteil der Menschen in Niedersachsen ist online
2025 verfügten 92,9% der Haushalte in Niedersachsen über einen Internetzugang (siehe Abb. A1). Der Anteil ist damit gegenüber 2022 um 1,9 Prozentpunkte angestiegen. Hier zeigt sich demnach ein positiver Trend.

Das Internet spielt im Alltag der Niedersächsinnen und Niedersachsen in vielerlei Hinsicht eine Rolle und erscheint allgegenwärtig. Dabei dient das Internet nicht nur der Informationsbeschaffung, sondern auch als Einkaufs- und Unterhaltungsplattform. So hatten 88,1% der niedersächsischen Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben über das Internet Waren oder Dienstleistungen für den privaten Gebrauch bezogen. Drei Viertel aller befragten Personen hatten in den letzten drei Monaten vor der Befragung das Internet für Online-Einkäufe genutzt (75,6%). Hierzu zählen neben der Beschaffung von physischen Produkten (Waren) unter anderem auch Streaming-Dienste, der Kauf von E-Books/Online-Zeitungen u. ä. und das Buchen einer Unterkunft. Detaillierte Auswertungen zum Thema Online-Shopping in Niedersachsen finden Sie hier.
Hatespeech seit 2023 um 13 Prozentpunkte angestiegen
Neben den genannten positiven Aspekten der Internetnutzung macht ein Teil der Menschen online jedoch auch negative Erfahrungen. So hatten in Niedersachsen etwa vier von zehn Internetnutzenden zwischen 16 und 74 Jahren (39,4%) nach eigener Einschätzung in den letzten drei Monaten Beiträge im Zusammenhang mit Hatespeech (bzw. „Hassrede“) wahrgenommen. Gemeint sind hiermit Informationen oder Kommentare, die als feindselig oder erniedrigend gegenüber Personengruppen oder Einzelpersonen wahrgenommen werden, z. B. in Videos, in sozialen Medien oder auf Nachrichtenseiten (einschl. der Kommentarbereiche). Solche Beiträge und Kommentare können sich auf verschiedene Eigenschaften oder Ansichten der jeweiligen Person oder Personengruppe beziehen, beispielsweise
- politische und gesellschaftliche Ansichten,
- die ethnische Herkunft,
- die sexuelle Orientierung,
- die eigene Religion/Weltanschauung oder
- eine gesundheitliche Beeinträchtigung.
Der Anteil der Internetnutzenden, denen Hatespeech im Internet begegnet ist, ist gegenüber dem Jahr 2023 (26,3%) um etwa 13 Prozentpunkte angestiegen.

Mehr Desinformation
Auch Desinformationen bzw. „Fake News“ wurden von den befragten niedersächsischen Internetnutzenden im Jahr 2025 häufiger wahrgenommen als noch zwei Jahre zuvor. So hatten 59,6% in den letzten drei Monaten vor Befragung auf Internetseiten oder Social-Media-Plattformen Informationen in Form von Texten, Videos, Bildern etc. gesehen, die sie für unwahr oder unglaubwürdig hielten. Im Jahr 2023 war dies nur knapp der Hälfte der Internetnutzenden zwischen 16 und 74 Jahren (49,6%) passiert.

Fazit
Die zunehmende Internetnutzung in Niedersachsen hat gleichermaßen positive wie negative Aspekte. Während das Internet der Bevölkerung inzwischen nahezu flächendeckend zur Verfügung steht und für viele im Alltag vermutlich positiv oder unterstützend, zum Beispiel beim Online-Shopping oder zur Informationsbeschaffung, wahrgenommen wird, treten auch gewisse Risiken vermehrt zu Tage. Dies zeigt der zunehmende Teil derjenigen Internetnutzerinnen und -nutzer, denen im World Wide Web Hatespeech und Desinformation begegnen.
Nähere Informationen zum Mikrozensus, methodische Hinweise sowie Ergebnistabellen zu verschiedenen Themenbereichen finden Sie unter: www.statistik.niedersachsen.de/themen/privathaushalte-niedersachsen/haushalte-und-familien-mikrozensus-in-niedersachsen-tabellen-150088.html