
Die Position Niedersachsens und seiner Statistischen Regionen im Bereich des Arbeitsmarktes im Vergleich zu den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union betrachtet der folgende Beitrag. Dabei werden unter anderem die Erwerbstätigen- und Erwerblosenquote sowie der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied, der so genannte Gender Pay Gap, näher untersucht.
Die Themen Bevölkerung, Bildung und Wirtschaft wurden in den ersten drei Teilen der Reihe behandelt. Das Thema Arbeitsmarkt bildet den Abschluss.
Arbeitsmarkt in Niedersachsen zeigt sich robust
- Die Erwerbstätigenquote in Niedersachsen lag mit 67,8% wie in den Vorjahren über dem EU-Durchschnitt von 61,9%.
- Die Erwerbslosenquote stieg in Niedersachsen zwar auf 3,5%, sie lag damit aber immer noch unter dem EU-Durchschnitt von 6,0%.
Niedersächsischer Arbeitsmarkt 2025 unverändert stabil
Vergleichbare Arbeitsmarktdaten für alle EU-Mitgliedstaaten auf Basis des Wohnorts werden anhand der EU-Arbeitskräftestichprobe ermittelt. In Deutschland erfolgt die Datenerhebung im Rahmen des Mikrozensus. Dabei unterscheiden sich die Definitionen von denen der Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Laut Eurostat betrug die Erwerbstätigenquote1Aufgrund einer methodischen Umstellung auf die Altersgruppe der 15- bis 74-Jährigen ist die Vergleichbarkeit mit früheren Veröffentlichungen eingeschränkt. in Niedersachsen im Jahr 2025 67,8% und lag damit weiterhin über dem Durchschnitt der EU von 61,9% (siehe Tabelle T1 und Abbildung A1). Im Vergleich zum Jahr 2024 stieg die Quote in der EU-27 leicht um 0,2 Prozentpunkte, in Niedersachsen veränderte sie sich nicht (siehe Abbildung A2). Die höchste Erwerbstätigenquote der EU-Mitgliedstaaten wiesen die Niederlande mit 73,2% auf, gefolgt von Malta (71,5%) und Dänemark (69,3%). Die niedrigsten Quoten entfielen 2025 auf Rumänien (53,5%) und Italien (54,5%). Innerhalb Niedersachsens war die Erwerbstätigenquote in der Statistischen Region Weser-Ems mit 70,2% am höchsten und in der Statistischen Region Braunschweig mit 65,1% am niedrigsten.

Erwerbslosenquote in der EU und Niedersachsen leicht gestiegen
In den EU-27-Staaten stieg die Erwerbslosenquote im Jahr 2025 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,0% (siehe Tabelle T1 sowie Abbildung A3 und A4). In Niedersachsen stieg die Quote um 0,5 Prozentpunkte auf 3,5%. Die niedrigste Erwerbslosenquote unter den EU-27-Staaten verzeichnete die Tschechische Republik mit 2,8%, gefolgt von Polen und Malta mit jeweils 3,1%.

Die höchsten Quoten entfielen trotz eines Rückgangs von 0,9 Prozentpunkten erneut auf Spanien (10,5%), gefolgt von Finnland mit einer Erwerbslosenquote von 9,7% (+1,3 Prozentpunkte). Trotz einem starken Rückgang von 1,2 Prozentpunkten lag Griechenland mit einer Quote von 8,9% weiterhin auf dem drittletzten Platz der EU-27.

In Niedersachsen verzeichneten die Statistischen Regionen Braunschweig und Hannover mit einer Erwerbslosenquote von jeweils 3,9% die höchsten Werte. In der Statistischen Region Lüneburg stieg die Erwerbslosenquote um 0,7 Prozentpunkte auf 3,3%. Damit lag sie vor der Statistischen Region Weser-Ems, die nach einem leichten Rückgang um 0,2 Prozentpunkte eine Erwerbslosenquote von 2,9% verzeichnete. Insgesamt befanden sich die niedersächsischen Regionen im EU-Vergleich weiterhin auf den unteren Plätzen.
Gender Pay Gap in Niedersachsen vergleichsweise hoch
Der unbereinigte Gender Pay Gap sank im Jahr 2024 sowohl in Niedersachsen als auch in Deutschland im Vergleich zu 2019 deutlich um 3 bzw. 4 Prozentpunkte. In Niedersachsen lag der Verdienstabstand von Frauen zu Männern bei 15%, in Deutschland verdienten Frauen pro Stunde durchschnittlich 16% weniger als Männer. Trotz des Rückgangs lagen Niedersachsen und Deutschland immer noch über dem EU-Durchschnitt von 11% (siehe Tabelle T1 und Abbildung A5).

In der EU verzeichneten Estland und Tschechien mit jeweils 19% den höchsten Wert bei den Verdienstunterschieden, während Luxemburg mit -1% sogar einen leicht umgekehrten Trend aufwies. Bei Betrachtung der Entwicklung in der EU seit 2019, sank der unbereinigte Gender Pay Gap in Lettland am stärksten (-8 Prozentpunkte). Auch in Malta reduzierte sich der Abstand deutlich um 6 Prozentpunkte. Einen Anstieg gab es hingegen in Zypern, Rumänien, Italien und Slowenien mit jeweils +1 Prozentpunkt.
Fazit
Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen zeigte sich im Jahr 2025 im EU-weiten Vergleich weiterhin stabil. Dabei lag die Erwerbstätigenquote über dem EU-Durchschnitt, während die Erwerbslosenquote auf niedrigem Niveau leicht gestiegen ist. Innerhalb Niedersachsens bestanden weiterhin moderate regionale Unterschiede. Der Gender Pay Gap ist in Niedersachsen im Jahr 2024 zwar deutlich gesunken, lag aber nach wie vor über dem EU-Durchschnitt.
Weitere Informationen zu dem Arbeitsmarkt in Niedersachsen sind auch auf der Website des Landesamtes für Statistik Niedersachsen zu finden.
Fußnoten
- 1Aufgrund einer methodischen Umstellung auf die Altersgruppe der 15- bis 74-Jährigen ist die Vergleichbarkeit mit früheren Veröffentlichungen eingeschränkt. ↩︎