Güterverkehr in der niedersächsischen Binnenschifffahrt im Jahr 2025 und Vorjahren

Güterverkehr in der niedersächsischen Binnenschifffahrt im Jahr 2025 und Vorjahren
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Der Transport auf Binnenwasserstraßen ist neben dem Transport auf Schiene und Straße eine relevante Säule für die Bewegung von Gütern. Besonders Massengüter wie Erze, Erden und Mineralölerzeugnisse werden per Schiff transportiert. Wie sich der Güterverkehr in der Binnenschifffahrt in Niedersachsen 2025 entwickelte, beleuchtet dieser Beitrag.

Methodik der Binnenschifffahrtsstatistik

Die Güterverkehrsstatistik in der Binnenschifffahrt wird monatlich durchgeführt und liefert Informationen zu den beförderten und umgeschlagenen Gütern auf den Binnenwasserstraßen. Im Rahmen der Statistik werden sämtliche Lade- und Löschaktivitäten von Schiffen mit mindestens 50 Tonnen Tragfähigkeit erfasst, die in deutschen Binnenhäfen Station machen. Dabei werden sowohl der Güterumschlag in den Binnenhäfen als auch die Güterbeförderung auf den Binnenwasserstraßen registriert. Die beim Güterumschlag bewegten Mengen werden, in Abgrenzung zur Güterbeförderung, im Ladungs- und im Löschungshafen berücksichtigt (doppelte Zählung). Neben Merkmalen zu Gütern und Containern (z. B. Güterart, Gefahrgut und Menge in Tonnen) werden auch Merkmale zum Schiff (z. B. Flagge/Registrierstaat und Tragfähigkeit) sowie Fahrtmerkmale (wie Ankunfts-, Abgangsdatum und Meldehafen) erfasst. Grundsätzlich sind die Fracht- und Schiffsführer der Binnenschiffe zur Güterverkehrsstatistik auskunftspflichtig. Zumeist übernehmen die Hafenverwaltungen die Übermittlung der Daten an die statistischen Ämter der Länder. Die Meldungen werden in den statistischen Ämtern der Länder erfasst, plausibilisiert und die jeweiligen Monatsergebnisse an das Statistische Bundesamt gesandt und veröffentlicht. Weitere Informationen enthält der Qualitätsbericht des Statistischen Bundesamtes.

Güterumschlag in den niedersächsischen Binnenhäfen 2025

Niedersachsens Binnenwasserstraßen bestehen neben Flüssen aus Kanälen (siehe A1).

Karte von Niedersachsen mit den größten Binnen- und Seehäfen ab 250.000 Tonnen Güterumschlag. Markiert sind Häfen unter anderem in Emden, Nordenham, Brake, Oldenburg, Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Osnabrück. Zusätzlich zeigt die Karte die wichtigsten Wasserstraßen und Kanäle, darunter Ems, Weser, Elbe, Leine, Aller, Hunte, Hase, Oste, Fulda, Mittellandkanal, Dortmund-Ems-Kanal und Elbe-Seitenkanal.
A1 Binnenwasserstraßen und Häfen ab 250.000 Tonnen Güterumschlag in Niedersachsen 2025

Insgesamt wurde im Jahr 2025 in den Binnenhäfen Niedersachsens eine Gütermenge von annähernd 22,7 Mio. Tonnen umgeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Zunahme um 8,5%. In 21 Häfen von 90 niedersächsischen Binnenhäfen lag die jeweilige Umschlagsmenge über 250.000 Tonnen (Tabelle T1 und Abbildung A2).

Die Grafik zeigt den Güterumschlag in Niedersachsen im Jahr 2025 ab 250.000 Tonnen. Die Häfen mit den höchsten Güterumschlägen waren Sehnde mit knapp 2,4 Mio. Tonnen, Salzgitter (über 2,1 Mio. Tonnen), Lingen (über 2,0 Mio. Tonnen) und Wunstorf (über 1,9 Mio. Tonnen).
A2 Güterumschlag ab 250.000 Tonnen in Niedersachsen 2025 nach Häfen

Die Häfen mit den höchsten Güterumschlägen waren

  • Sehnde mit knapp 2,4 Mio. Tonnen,
  • gefolgt von Salzgitter (über 2,1 Mio. Tonnen),
  • Lingen (über 2,0 Mio. Tonnen) und
  • Wunstorf (über 1,9 Mio. Tonnen).

Der Anteil dieser vier Häfen am niedersächsischen Gesamtumschlag, betrug mehr als ein Drittel (37,4%). Sieben der aufgelisteten Häfen verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr zweistellige Zuwachsraten, wobei die Häfen Wunstorf (+47,9%) und Sehnde (+38,8%) herausstachen. Relativ deutliche Rückgänge zeigten sich in den Häfen Brake (-24,9%), Osnabrück (-12,3%) und Hildesheim (-11,2%).

Güterbeförderung auf Niedersachsens Binnenwasserstraßen 2025

Im Jahr 2025 wurden auf den Binnenwasserstraßen in Niedersachsen Güter in einem Umfang von knapp 17 Mio. Tonnen befördert (Tabelle T2). Mit über 3,7 Mio. Tonnen hatten Erze, Steine und Erden sowie sonstige Bergbauerzeugnisse daran den höchsten Anteil (22,0%). Danach folgten Sekundärrohstoffe und Abfälle mit über 3 Mio. Tonnen (Anteil 18,0%) und Kokerei- und Mineralölerzeugnisse mit annähernd 2,5 Mio. Tonnen (Anteil 14,6%). Auch Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei und Nahrungs- und Genussmittel wurden mit jeweils mehr als 1,9 Mio. Tonnen in nennenswertem Umfang transportiert (Abbildung A3). Chemische Erzeugnisse hatten ein Volumen von über 1,5 Mio. Tonnen.

Die Grafik zeigt die Gesamtbeförderung 2025 in Niedersachsen nach Güterabteilungen. Mit über 3,7 Mio. Tonnen hatten Erze, Steine und Erden sowie sonstige Bergbauerzeugnisse daran den höchsten Anteil (22,0%). Danach folgten Sekundärrohstoffe und Abfälle mit über 3 Mio. Tonnen (Anteil 18,0%) und Kokerei- und Mineralölerzeugnisse mit fast 2,5 Mio. Tonnen (Anteil 14,6%).
A3 Gesamtbeförderung in Niedersachsen 2025 nach Güterabteilungen

6% mehr Gefahrgüter in Niedersachsen transportiert

Im Jahr 2025 wurde auf Niedersachsens Binnenwasserstraßen eine Gefahrgutmenge von über 3 Mio. Tonnen transportiert, ein Plus von 6,2% gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 87,7% auf entzündliche, flüssige Stoffe wie z. B. Erdöl und flüssige Mineralölerzeugnisse (mehr als 2,6 Mio. Tonnen).

Gesamtbeförderung im Jahresverlauf – Peak im Juli

Bei der Betrachtung der Gesamtbeförderung im Jahresverlauf zeigt sich im Jahr 2025 ein Peak im Monat Juli (Tabelle T3 und Abbildung A4).

Die Grafik zeigt die Gesamtbeförderung 2025 in Niedersachsen nach Monaten. Im Mai und November wurden annähernd 1,5 Mio. Tonnen Güter befördert. Über das Jahr wiesen die einzelnen Monate relativ konstante Beförderungsmengen auf. Während der Höchstwert im Juli lag, verzeichnete der Monat Dezember mit fast 1,3 Mio. Tonnen den niedrigsten Wert.
A4 Gesamtbeförderung in Niedersachsen 2025 nach Monaten

Insgesamt lag die beförderte Menge in diesem Monat bei knapp 1,6 Mio. Tonnen und hatte einen Anteil von 9,4% an der Jahresgesamtbeförderungsmenge. Im Mai wurden annähernd 1,5 Mio. Tonnen und im November ebenfalls knapp 1,5 Mio. Tonnen Güter befördert. Über das Jahr wiesen die einzelnen Monate relativ konstante Beförderungsmengen auf. Während der Höchstwert im Juli lag, verzeichnete der Monat Dezember mit fast 1,3 Mio. Tonnen den niedrigsten Wert.

Die Beförderungsmengen sind stark von der Witterung und dem Wasserstand in den Binnenwasserstraßen abhängig. Wenn zum Beispiel bei Eisgang oder in trockenen Sommern bei Niedrigwasser kein Schiffsverkehr möglich ist, fallen die Beförderungsmengen in den jeweiligen Monaten entsprechend niedriger aus.

Containerbeförderung steigt, Gewicht sinkt

Auch auf den Binnenwasserstraßen werden Container transportiert. Die beförderten Einheiten werden in TEU angegeben. Dies ist die Abkürzung für Twenty-foot Equivalent Unit, einem Zwanzig-Fuß-Standardcontainer, der 6,058 Meter lang, 2,438 Meter breit und 2,591 Meter hoch ist. Im Jahr 2025 wurden auf den niedersächsischen Binnenwasserstraßen im innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr insgesamt 55.800 beladene TEU bewegt. Die darin beförderten Güter hatten ein Gesamtgewicht von 551.450 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr waren dies knapp 9.000 Tonnen weniger (-1,6%). Die transportierten TEU legten allerdings um über 3.800 zu (+7,4%). Die im Jahr 2025 beförderten Leer-Container beliefen sich auf insgesamt fast 36.200 TEU. Im Vergleich zum Jahr 2024 entsprach dies einer Zunahme um mehr als 2.600 TEU (+7,8%).

Entwicklung von Güterbeförderung und Güterumschlag 2019 bis 2025

Im Folgenden soll ein Blick auf den Zeitraum der letzten sieben Jahre geworfen werden. Beginnend mit dem Vor-Coronajahr 2019 lag die Gesamtbeförderungsmenge bei nahezu 19,5 Mio. Tonnen (Tabelle T4 und Abbildung A5). Im Jahr 2020 ging diese um 9,9% auf fast 17,6 Mio. Tonnen zurück. Bis zum Jahr 2022 stieg die beförderte Gütergesamtmenge auf knapp 18,7 Mio. Tonnen, sank dann aber im Folgejahr relativ deutlich um 12,7% auf annähernd 16,3 Mio. Tonnen. Die im Jahr 2025 beförderte Menge von knapp 17 Mio. Tonnen lag um 13,0% unter dem Wert des Jahres 2019.

Die Grafik zeigt die Gesamtbeförderung und den Güterumschlag in Niedersachsen von 2019 bis 2025. Im Jahr 2019 lag der Güterumschlag bei über 23,5 Mio. Tonnen. Er sank 2020 deutlich um 11,0% auf knapp 21 Mio. Tonnen. In den beiden Folgejahren zeigten sich Zuwächse auf fast 22,8 Mio. Tonnen im Jahr 2022. Das Jahr 2023 war von einer Abnahme um 9% gegenüber dem Vorjahr geprägt. Bis 2025 nahm der Güterumschlag wieder zu und erreichte eine Größenordnung von annähernd 22,7 Mio. Tonnen.
A5 Gesamtbeförderung und Güterumschlag in Niedersachsen 2019 bis 2025

Der Güterumschlag in den niedersächsischen Binnenhäfen lag im Jahr 2019 bei über 23,5 Mio. Tonnen. Der Umschlag sank im Jahr 2020 deutlich um 11,0% auf knapp 21 Mio. Tonnen. In den beiden Folgejahren zeigten sich Zuwächse auf fast 22,8 Mio. Tonnen im Jahr 2022. Das Jahr 2023 war von einer Abnahme um 9% gegenüber dem Vorjahr geprägt. Bis 2025 nahm der Güterumschlag wieder zu und erreichte eine Größenordnung von annähernd 22,7 Mio. Tonnen. Das Niveau des Jahres 2019 wurde im Jahr 2025 noch nicht wieder erreicht, es lag 3,7% darunter.

Fazit

Der Güterumschlag und die Beförderungsmenge stiegen in Niedersachsen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr. Das wichtigste Produkt, welches über niedersächsische Binnenwasserstraßen transportiert wurde, war die Güterabteilung Erze, Steine und Erden sowie sonstige Bergbauerzeugnisse. Trotz der steigenden Zahlen in 2025 zeigt sich, dass die Beförderungsmengen und der Güterumschlag noch nicht wieder das Niveau von 2019 erreicht haben.

Weitere Informationen und Daten zum Thema Schiffsverkehr in Niedersachsen gibt es auf statistik.niedersachsen.de.