Die öffentliche Verschuldung Niedersachsens im Jahr 2025

Die öffentliche Verschuldung Niedersachsens im Jahr 2025
Foto: K.-U. Häßler – stock.adobe.com

Wie entwickelte sich die Verschuldung des Landes Niedersachsen und der niedersächsischen Gemeinden und Gemeindeverbände 2025? Ist die Landesverschuldung Niedersachsens weiter gesunken? Wie sieht es bei den zuletzt stark gestiegenen Kassenkrediten der Kommunen aus? Welche Gemeinden in Niedersachsen sind schuldenfrei und welche haben die größte Pro-Kopf-Verschuldung? Auf diese und weitere Fragen geht der vorliegende Beitrag ein.

Verschuldung des Landes Niedersachsen um 3,3% gestiegen

Im Jahr 2024 waren die Schulden im Kernhaushalt des Landes Niedersachsen noch um 3,9% gesunken. Nach mehreren Jahren dieser rückläufigen Entwicklung stieg die Verschuldung zum 31.12.2025 jedoch wieder um 3,3% auf 56.508 Mio. Euro an. Pro Kopf gerechnet lag eine Verschuldung von 7.064 Euro je Einwohnerin und Einwohner vor (siehe Tabelle T1).

Erneut handelte es sich ganz überwiegend um Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich1Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und sonstige Bereiche, wie zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.. Deren Volumen belief sich auf 56.102 Mio. Euro bzw. 7.013 Euro pro Kopf – ein Anstieg um 3,4%.

Der größte Anteil der Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich entfiel mit 83,3% auf die Wertpapierschulden, die mit 46.755 Mio. Euro im Jahresverlauf um 5,1% gestiegen sind. Die übrigen 16,7% entfielen auf Kredite, die jedoch im Jahr 2025 um 4,4% zurückgingen. Wie auch in den Vorjahren nahm das Land Niedersachsen 2025 keine kurzfristigen Kassenkredite zur Sicherung der Liquidität auf.

Öffentliche Schulden bleiben gering und gehen weiter zurück

Die Schulden beim öffentlichen Bereich2Der öffentliche Bereich setzt sich zusammen aus den Kernhaushalten von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und gesetzlicher Sozialversicherung, den Extrahaushalten sowie den sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (sonstige FEUs). machten mit 0,7% weiterhin nur einen sehr kleinen Teil der Gesamtverschuldung des Landes Niedersachsen aus und bestanden ausschließlich aus Krediten. Gegenüber dem Vorjahr sind sie weiter zurückgegangen um 9,0% auf 407 Mio. Euro.

Kommunale Verschuldung beim nicht-öffentlichen Bereich wächst

Die Gesamtverschuldung der niedersächsischen Gemeinden und Gemeindeverbände (Kommunen) bezifferte sich zum 31.12.2025 auf 23.267 Mio. Euro. 92,9% entfielen dabei auf den nicht-öffentlichen Bereich, der weiterhin kräftig zunahm. Die Kommunen wiesen demnach einen Anstieg der Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich um 21,5% auf 21.623 Mio. Euro aus. Dies entsprach zugleich einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2.703 Euro (Tabelle 1).

Das mittlerweile dritte Jahr infolge zeigte sich ein hoher Anstieg bei den kommunalen Kassenkrediten. Im Jahr 2025 wuchsen diese vorübergehenden Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen um mehr als zwei Drittel auf 2.848 Mio. Euro an. Die Kommunen waren aufgrund der angespannten Haushaltslage vermehrt dazu gezwungen, kurzfristig auf diesem Wege die Liquidität ihrer Kassen zu sichern. Nichtsdestotrotz wurde weiterhin investiert, wie sich auch am Anstieg der Kredite beim nicht-öffentlichen Bereich zeigt. Dabei handelt es sich im Falle der Kommunen vollständig um Investitionskredite, die um 16,7% auf 18.685 Mio. Euro zugenommen haben. Die Wertpapierschulden blieben derweil unverändert gering mit 90 Mio. Euro.

Kommunale Schulden beim öffentlichen Bereich wachsen um ein Viertel

Der Anteil der kommunalen Schulden beim öffentlichen Bereich – bspw. beim Land Niedersachsen oder anderen Kommunen – verblieb mit 7,0% an der Gesamtverschuldung nahezu auf dem Niveau des letzten Jahres (2024: 6,9%). Trotzdem erhöhte sich hier das Volumen um 25,0% auf 1.644 Mio. Euro.

Im Vorjahr hatten die Kassenkredite beim öffentlichen Bereich noch um mehr als die Hälfte (+50,4%) auf 698 Mio. Euro zugenommen. 2025 fiel die Steigerung mit 15,6% auf 807 Mio. Euro deutlich geringer aus. Zugleich erhöhten sich im Gegenzug die (Investitions-)Kredite um über ein Drittel (+35,6%) auf 837 Mio. Euro.

Die Abbildung A1 bildet die Verschuldung der Kernhaushalte der Gemeinden/Gemeindeverbände gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich in Niedersachsen am 31.12.2025 in einer Karte ab. Acht Gemeinden und Gemeindeverbände weisen eine Pro-Kopf Verschuldung von über 5.000 € aus. 11 niedersächsische Kommunen gelten als schuldenfrei. Die SGB Heeseberg bildet mit 8.727 € pro Kopf das Maximum aller Kommunen ab. Das arithemtische Mittel wird mit 1.397 € pro Kopf angegeben.
A1 Karte zur Verschuldung der Kernhaushalte der Gemeinden/Gemeindeverbände gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich in Niedersachsen am 31.12.2025

Die Karte A1 weist die Verschuldung der kommunalen Kernhaushalte beim nicht-öffentlichen Bereich aus. Laut Tabelle T2 sind 11 niedersächsische Kommunen zum Stichtag 31.12.2025 vollständig schuldenfrei gewesen:

  • Stadt Burgwedel,
  • Gemeinde Scheeßel,
  • Stadt Verden (Aller),
  • Gemeinde Edewecht,
  • Gemeinde Dötlingen,
  • Steinfeld (Oldenburg),
  • die Samtgemeinden Baddeckenstedt, Kirchdorf und Schwaförden sowie
  • die gemeindefreien Bezirke Lohheide und Osterheide.

Waren es im Vorjahr noch neun, so wiesen 2025 bereits fünfzehn Kommunen eine besonders hohe Pro-Kopf-Verschuldung von über 5.000 Euro auf – darunter nunmehr fünf Städte aus der Region Hannover sowie die Nordseeinseln Wangerooge, Langeoog und Spiekeroog. Neu hinzugekommen sind auch die kreisfreien Städte Emden und Osnabrück. Vertiefende Einblicke für jede einzelne Kommune Niedersachsens liefern die Tabelle T2 sowie die Abbildung A1. Der höchste Schuldenstand je Einwohnerin und Einwohner war trotz rückläufiger Kassenkredite wie bereits in den Vorjahren in der Samtgemeinde Heeseberg mit 12.245 Euro pro Kopf zu verzeichnen.

Landesverschuldung steigt 2025 nach rückläufigem Trend wieder an

Die Abbildungen A2 und A3 zeigen die Entwicklung der Verschuldung des Landes und der niedersächsischen Kommunen von 2010 bis 2025.

Im Jahr 2024 lag die Gesamtverschuldung des Landes Niedersachsen (öffentlicher und nicht-öffentlicher Bereich) erstmals wieder unter dem Stand von 2010 (54.803 Mio. Euro). Dieser rückläufige Trend begann erstmals 2018 und 2019, wurde dann 2020 von der Corona-Pandemie durchbrochen, bevor er sich ab 2021 wieder fortsetzte. 2025 zeigt sich nun erneut ein Bruch. Die Gesamtverschuldung 2025 im Vergleich zum Jahr 2010 erhöhte sich demnach wieder leicht um 3,1%.

Auffällig ist dabei, dass sich die Kredite beim öffentlichen Bereich von 2010 zu 2025 mit einem Rückgang um 47,4% fast halbiert haben (siehe Abbildung A2).

Abbildung A2 verdeutlicht die Entwicklung der Verschuldung des Landes Niedersachsen jeweils zum 31.12 von 2010 bis 2025 in einem Balkendiagramm. Die dargestellten Balken verdeutlichen die Zusammensetzung der Verschuldung des Landes Niedersachsen. Die insgesamt höchste Verschuldung des Landes ist im Jahr 2020 mit 61.767 Mio. Euro zu erkennen. Die wiederum niedrigste liegt im Jahr 2010 mit 54.030 Mio. Euro vor.
A2 Entwicklung der Verschuldung des Landes Niedersachsen von 2010 bis 2025 jeweils zum 31.12. in Mio. Euro

Gesamtverschuldung der kommunalen Kernhaushalte zunehmend von Wertpapierschulden und Krediten geprägt

In den in Abbildung A3 betrachteten 16 Jahren wuchs die kommunale Verschuldung beim nicht-öffentlichen Bereich sehr deutlich um 77,6% von 12.177 auf 21.623 Mio. Euro. Die Kassenkredite beim nicht-öffentlichen Bereich gingen in diesem Betrachtungszeitraum trotz der jüngsten Anstiege um 41,1% zurück. Der niedrigste Stand wurde 2023 mit 974 Mio. Euro erreicht – ein Rückgang um fast 79,9% gegenüber dem Höchststand im Jahr 2010. Weiterhin lässt sich erkennen, dass die kommunale Gesamtverschuldung im Zeitverlauf immer stärker von (Investitions-)Krediten beim nicht-öffentlichen Bereich geprägt ist, deren Volumen sich seit 2010 um 155,8% erhöhte (inkl. Wertpapierschulden).

Die Verschuldung beim öffentlichen Bereich spielte bei den niedersächsischen Gemeinden und Gemeindeverbänden stets eine untergeordnete Rolle. Von 2010 zu 2025 ist jedoch ein deutlicher Anstieg der Kassenkredite beim öffentlichen Bereich zu beobachten (+283,0%). Die Kredite beim öffentlichen Bereich bewegten sich im Zeitverlauf in einer Bandbreite von 266 bis 837 Mio. Euro. Der Vergleich von 2010 zu 2025 offenbart einen Anstieg um 132,2%.

Abbildung A3 bereitet in einem Balkendiagramm die Entwicklung der kommunalen Verschuldung in Niedersachsen jeweils zum 31.12 von 2010 bis 2025 auf. Innerhalb der dargestellten Balken ist die Zusammensetzung der jeweiligen Verschuldung zu erkennen. Im Jahr 2025 ist die Verschuldung der Gemeinden/Gemeindeverbände um 21,5% gegenüber dem Vorjahr angewachsen und bildet nun einen bisher nicht erreichten Höchstand von 21.623 Mio. Euro ab. Der niedrigste Schuldenstand zeigte sich im Jahr 2016 mit 11.605 Mio. Euro.
A3 Entwicklung der kommunalen Verschuldung in Niedersachsen von 2010 bis 2025 jeweils zum 31.12 in Mio. Euro

Fazit

Nach einer rückläufigen Entwicklung der Verschuldung von 2021 bis 2024 wuchsen die Schulden des Landes Niedersachsen 2025 erstmals wieder um 3,3% auf 56.508 Mio. Euro an. Die Verschuldung der niedersächsischen Kommunen erhöhte sich entsprechend dem seit 2019 bestehenden Trend weiter um mehr als ein Fünftel auf 21.623 Mio. Euro. 15 von 442 Gemeinden und Gemeindeverbänden wiesen eine besonders hohe Pro-Kopf-Verschuldung von über 5.000 Euro auf. Lediglich 11 Gemeinden in Niedersachsen waren 2025 schuldenfrei.


Weitere Informationen zum Thema Schulden- und Finanzvermögensstatistik in Niedersachsen finden Sie auf der Website des LSN.

Fußnoten

  • 1
    Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und sonstige Bereiche, wie zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland. ↩︎
  • 2
    Der öffentliche Bereich setzt sich zusammen aus den Kernhaushalten von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und gesetzlicher Sozialversicherung, den Extrahaushalten sowie den sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (sonstige FEUs). ↩︎